Vorstellungsgespräch

Wie bewerbe ich mich richtig? – Teil 8: Das Vorstellungsgespräch

In unserer Serie „Wie bewerbe ich mich richtig?“ erfährst Du alles zum Thema Bewerbung und Jobwahl – von der Frage „Was will ich überhaupt?“ über das perfekte Bewerbungsbild bis hin zum Vorstellungsgespräch.

 

Du hast alle Hürden bis hierhin bravourös gemeistert und bekommst nun die Chance, Deinen potenziellen Arbeitgeber persönlich von Dir zu überzeugen. Wenn Du dich jetzt gut vorbereitest und Fettnäpfchen geschickt vermeidest, bist Du Deinem neuen Job schon ein ganzes Stück näher.

Die fünf Phasen eines Vorstellungsgesprächs

Laut karrierebibel.de dauert das klassische Vorstellungsgespräch etwa zwischen 30 und 60 Minuten und lässt sich meist in diese fünf Phasen einteilen:

Vorstellungsgespräch

Die Smalltalk-Phase

„Und, wie geht’s Ihnen? Haben Sie gut hergefunden?“ Mit diesen klassischen Smalltalk-Fragen starten Vorstellungsgespräche oft. So unwichtig das klingen mag, dieser Einstieg kann den gesamten weiteren Gesprächsverlauf prägen. Daher solltest Du so ruhig und gelassen wie möglich wirken. Wenn Dir das schwerfällt, weil Du sehr nervös bist, kannst Du das auch ansprechen. Die meisten haben dafür Verständnis. Wichtig: Bereits mit der Begrüßung kannst Du viel richtig machen! Gib Deinem Gesprächspartner einen kurzen und festen Händedruck, stelle Dich namentlich vor, blick Deinem Gegenüber in die Augen und vergiss nicht zu lächeln. Das macht einen offenen und selbstbewussten Eindruck. Achtung: Selbstdarsteller kommen nicht gut an, verzichte daher bei allem Selbstbewusstsein auf Übertreibungen.

Die Kennenlern-Phase

Wichtig ist jetzt, dass Du einen möglichst vollständigen Überblick von Dir und Deinen Erfahrungen gibst. Erzähle von Deinem schulischen und beruflichen Werdegang, Deiner Berufserfahrung und Praktika. Außerdem dürfen natürlich auch Deine Interessen und Hobbys sowie die Dinge, die Dich als Person ausmachen, nicht fehlen. Aber: Es geht nicht darum, alle Stationen Deines Lebenslaufs herunterzubeten, sondern, dass Du gezielt zeigst, wieso Du die optimale Besetzung für die angestrebte Stelle bist und dass Du diese Position für Dich als logischen nächsten Karriereschritt betrachtest. Obwohl der zweite Punkt oft vergessen wird, ist er nicht unwichtig: Er signalisiert Deinem Gesprächspartner, dass Du Deine Karriere planst und Dich gezielt auf die ausgeschriebene Stelle bewirbst, weil Du genau diesen Job haben möchtest.

Anschließend folgen in der Regel Rückfragen Deines Gegenübers. Häufig geht es dabei um Details aus Deinen praktischen Erfahrungen, den Grund für die Bewerbung, Deine Zukunftsvorstellungen etc. Auf all diese Fragen solltest Du eine gut begründete Antwort parat haben. Allerdings gibt es auch Fragen, die Du definitiv nicht beantworten musst. Dazu gehören Familienplanung, gesundheitliche Situation, private Ansichten oder generell das Privatleben. Aber Achtung: Auch eigentlich als unzulässig geltende Themen dürfen angesprochen werden, wenn sie unmittelbar für die Durchführung der Tätigkeit von Bedeutung sind. Dann musst Du diese Fragen auch wahrheitsgemäß beantworten.

Die Vorstellungs-Phase (Selbstpräsentation des Unternehmens)

Nun bekommst Du Informationen über das Unternehmen, den Job, für den Du Dich gerade vorstellst oder Deinen potenziellen Arbeitsplatz. Höre konzentriert und interessiert zu. Eine gründliche Vorbereitung kommt Dir an dieser Stelle zugute. Denn für den Profi lässt sich schnell erkennen, ob Du Dich im Vorfeld gründlich mit dem Unternehmen, seiner Struktur, den Produkten, Märkten und Unternehmenstraditionen auseinandergesetzt hast.

Die Rückfragen-Phase

Puh, geschafft!? Nein, nicht ganz, denn jetzt kommt noch ein sehr wichtiger Punkt, an dem Du glänzen solltest: Die Zeit, um Rückfragen zu stellen. Mit Fragen signalisierst Du noch einmal Dein Interesse, zeigst, dass Du aufmerksam zugehört und Dich mit Deinem potenziellen Arbeitgeber gründlich auseinandergesetzt hast. Achtung: Stelle keine zu direkten Fragen nach dem Betriebsklima oder Aufstiegschancen. Auch Fragen zu Arbeits- oder Urlaubszeiten, zu Zusatzleistungen, Vergünstigungen oder baldigen Gehaltserhöhungen solltest Du nicht stellen. Diese werden meist erst im weiteren Bewerbungsprozess von Seiten des Unternehmens angesprochen. Gut kommt an, wer sich während des Gesprächs Notizen gemacht hat und anschließend Detailfragen zum Job stellt.

Die Abschluss-Phase

In der letzten Phase solltest Du möglichst alle wichtigen Fristen in Erfahrung bringen. Falls es im Bewerbungsgespräch bisher nicht zur Sprache kam, solltest Du jetzt noch klären, wie es weitergeht, wie lange der Auswahlprozess dauert und wann mit einer Antwort zu rechnen ist.

Wichtig: Selbst, wenn das Bewerbungsgespräch bei Deinem absoluten Wunscharbeitsgeber stattfand und sich um Deinen Traumjob drehte – weiter bewerben und umhören! Es kann nie schaden, mehrere Eisen im Feuer zu haben.

No-Gos im Vorstellungsgespräch

Es gibt ein paar Dinge, die Du wirklich unter keinen Umständen im Bewerbungsgespräch tun solltest. Auf die Uhr schauen, das Handy anlassen, Phrasen dreschen oder ein arrogantes Auftreten sind No-Gos. Du solltest souverän auftreten und bei jeder Antwort auf den Punkt kommen. Außerdem gut zuhören und über relevante Antworten und Rückfragen zeigen, wie sehr Du Dich für die Stelle interessierst.

Ein weiterer Punkt, bei dem Vorsicht geboten ist, sind Gesten: Durch diese nonverbale Kommunikation beeinflussen wir stark die Meinung, die andere über uns haben. Die Top Drei der Gesten, die Personaler überhaupt nicht leiden können, sind fehlender Blickkontakt, fehlendes Lächeln und Herumzappeln. Auf den weiteren Plätzen finden sich schlaffe Körperhaltung und schlaffer Händedruck sowie Arme verschränken und mit den Haaren spielen oder sich im Gesicht rumfummeln.

 

Damit es also gut läuft beim nächsten Vorstellungsgespräch, hier ein paar Tipps:

  • Lächeln!
  • Augenkontakt, Vorstellung mit Vor- und Nachname, fester Händedruck
  • Gut zuhören
  • Klar und einfach antworten
  • Authentisches Auftreten – nicht einstudiert oder künstlich wirken
  • Selbstbewusst sein – nicht arrogant
  • Interesse und Motivation zeigen, Notizen machen
  • Nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden hat
  • Sitzhaltung: zugewandt und aufrecht – nicht auf dem Stuhl „lümmeln“ oder die Arme verschränken

 

Wie es nach dem Bewerbungsgespräch weitergeht und was Du noch tun kannst, erfährst Du im letzten Teil der Serie.

 

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