Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs

Wie bewerbe ich mich richtig? – Teil 6: Die Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs

In unserer Serie „Wie bewerbe ich mich richtig?“ erfährst Du alles zum Thema Bewerbung und Jobwahl – von der Frage „Was will ich überhaupt?“ über das perfekte Bewerbungsbild bis hin zum Vorstellungsgespräch.

 

Du hast es also geschafft und wurdest zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Glückwunsch! Doch noch solltest Du die Champagnerkorken nicht knallen lassen. Denn jetzt geht die Arbeit erst richtig los: Du musst Dich vorbereiten, um den bestmöglichen persönlichen Eindruck bei Deinem potentiellen Arbeitgeber zu hinterlassen.

Zuerst einmal solltest Du möglichst viele Informationen zum Unternehmen zu sammeln, damit Du im Bewerbungsgespräch die wichtigsten Daten und Fakten parat hast. Verfolge außerdem aufmerksam das Tagesgeschehen, denn es könnte gut sein, dass aktuelle Themen zur Sprache kommen. Oder vielleicht ist die Firma, bei der Du Dich vorstellen möchtest, sogar gerade selbst in den Medien? Dann solltest Du alle Positionen kennen und Dir eine fundierte eigene Meinung bilden.

Außerdem solltest Du auf jeden Fall nochmal Deine Bewerbungsunterlagen ausdrucken, durchlesen und mitnehmen. Da Du Dich wahrscheinlich bei mehreren Unternehmen bewirbst, solltest Du Dir vorher nochmal vergegenwärtigen, was Du geschrieben hast. Der Personaler wird in Eurem Gespräch darauf Bezug nehmen.

Selbsteinschätzung ist das A und O

Sei Dir klar über Deine eigene Motivation und Deine Ziele und überlege Dir Antworten auf mögliche Fragen des Personalers.

Häufige Fragen im Vorstellungsgespräch sind:

  • Wer bist Du, was zeichnet Dich aus, was sind Deine Stärken/Schwächen?
  • Was weißt Du über das Unternehmen oder die Aufgaben, die die Stelle ausmachen? Was sind Deine bisherige Erfahrungen in diesem Bereich oder dieser Branche?
  • Wie gehst du Aufgaben oder Projekte an, wie wirst Du den Herausforderungen der Position gerecht?
  • Wo siehst Du Dich im Unternehmen, wo siehst Du Dich in fünf Jahren?
  • Warum bist Du der/die Richtige? Wieso sollte das Unternehmen genau Dich einstellen?

Wichtig ist, dass Du auf alle Fragen angemessen antwortest. So ist bei der Frage nach Deinen Stärken ein Lobgesang auf Deine Person fehl am Platz, genauso wenig solltest Du Dich bei der Frage nach Deinen Schwächen selbst zerfleischen.

So antwortest Du richtig auf Fragen im Bewerbungsgespräch

„Was sind Ihre Stärken?“ Hier geht es darum, den Personaler zu überzeugen, dass das eigene Profil zu den Anforderungen der Position passt. Dabei solltest Du Deine Aussagen auf das Anforderungsprofil der Stelle beziehen und immer mit Beispielen belegen können.

Beispielantwort: Eine meiner Stärken liegt in der Organisation, sei es bei großen Veranstaltungen oder auch in der Projektarbeit. In meiner aktuellen Position habe ich für einen unserer großen Kunden eine Fachtagung für 200 Personen organisiert. Mir fällt es leicht, den Überblick zu behalten und alle Fäden zusammenzuführen.

„Was sind Ihre Schwächen?“ Personaler wollen wissen, ob Du selbstkritisch bist und auch mit Deinen Schwächen ehrlich umgehen kannst. Die beste Antwort besteht deshalb aus einer ehrlichen Selbsteinschätzung. Der Klassiker „Ich bin ein Perfektionist“ kommt meistens nicht so toll an. Idealerweise kannst Du an dieser Stelle schon Maßnahmen nennen, wie Du Deine Schwächen minimieren möchtest.

Beispielantwort: In großen Runden bin ich eher zurückhaltend und versuche nicht direkt im Mittelpunkt zu stehen. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich damit die Chance vergebe, meine Ansichten und Vorschläge einzubringen, und arbeite verstärkt daran, selbstbewusster aufzutreten und meine Meinung durchzusetzen.

„Warum arbeiten Kollegen gerne mit Ihnen zusammen?“ Eine Bewerbungsfrage, die auf Deine Sozialkompetenz abzielt. Nur von Teamfähigkeit zu schwadronieren, überzeugt leider noch keinen Personaler. Überlege deshalb, wie und wo Du Deine Kompetenzen als Teamplayer in Deinem bisherigen Werdegang schon einmal erfolgreich unter Beweis gestellt hast.

Beispielantwort: Ich denke, meine Kollegen schätzen vor allem meinen großen Einsatz und meine Motivation. Auch bei schwierigen und langwierigen Aufgaben kann ich andere mitreißen und gebe immer mein Bestes. Als in meinem letzten Job…

Weitere Fragen? Deine Chance zu glänzen!

Zu guter Letzt bietet der Personaler Dir in der Regel die Chance, eigene Fragen zu stellen. Gute Fragen können Dir an dieser Stelle Pluspunkte einbringen. Außerdem helfen sie Dir dabei herauszufinden, ob die Stelle und das Unternehmen Deinen Anforderungen entsprechen. Da Du in der konkreten Bewerbungssituation vielleicht zu aufgeregt bist, um gute Fragen aus dem Hut zu zaubern, solltest Du Dich auch auf diesen Teil gut vorbereiten.

Viele Fragen ergeben sich bestimmt schon, wenn Du Dich über das Unternehmen informierst, bei dem Du Dich vorstellen möchtest. Außerdem gibt es ein paar, die man eigentlich standardmäßig stellen kann, zum Beispiel:

  • Wer wird Dein direkter Vorgesetzter?
  • Gibt es regelmäßig Feedbackgespräche für Mitarbeiter?
  • Wie ist die Gewichtung der künftigen Aufgaben und Tätigkeiten?
  • Wie steht es um Weiter- und Fortbildungen?
  • Was sind die Pläne der Abteilung, des Unternehmens für die Zukunft?

Aber Vorsicht: Keine Fragen stellen, die im Gespräch bereits beantwortet wurden, nur weil sie auf Deiner Liste stehen!

Kleider machen Leute

Du bist zum persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen worden? Dann solltest Du jetzt überlegen, was Du anziehen wirst. Denn Dein Erscheinungsbild hat häufig einen großen Einfluss darauf, wie Du auf Dein Gegenüber wirkst. Und wie heißt es so schön: „You never get a second chance for the first impression!”

Wichtig ist, neben einem allgemein gepflegten Äußeren dennoch nicht zu übertreiben: Extreme Frisuren, Schminke oder Schmuck solltest Du Dir für Dein Privatleben aufheben. Deine Kleidung sollte ordentlich, sauber und angemessen sein, deine Schuhe geputzt. Auf keinen Fall geht legere Freizeitkleidung! Es gilt: lieber zu schick als zu schmuddelig. Eine Ausnahme bilden dabei Kreativberufe oder auch Start-Ups. Bei einer hippen Werbeagentur beispielsweise kannst Du mit Jeans und Sneakers häufig besser punkten als im Anzug.

Pünktlichkeit ist eine Tugend

Zu guter Letzt sollte auch Deine Anreise im Vorfeld gut geplant werden. Denn als oberste Regel gilt: Sei unter allen Umständen pünktlich!

Damit das klappt, kannst Du beispielsweise die Strecke vorher schon einmal abfahren und nachschauen, wo genau Du hinmusst oder wo Du parken kannst. Plane unbedingt noch etwas Puffer für Unvorhergesehenes ein, damit Du auch unter ungünstigen Bedingungen ausreichend Zeit hast. Für den Fall der Fälle Kontaktdaten und Telefonnummer des Gesprächspartners mitnehmen. Verzögert sich Deine Anreise beispielsweise wegen der Bahn oder eines schlimmen Staus, kannst Du so immer noch rechtzeitig Bescheid sagen!

Solltest Du dann am Tag des Vorstellungsgesprächs viel zu früh ankommen, geh spazieren. Fünf bis zehn Minuten früher da zu sein, ist in Ordnung, bist Du noch früher da, dreh noch ein paar Runden um den Block und versuche, die Nervosität loszuwerden.

 

Was Du beachten musst, falls Dein erstes Gespräch ein Telefoninterview ist, erklären wir Dir in der nächsten Folge.

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