Wie bewerbe ich mich richtig

Wie bewerbe ich mich richtig? – Teil 1: Was passt zu mir?

In unserer Serie „Wie bewerbe ich mich richtig?“ erfährst Du alles zum Thema Bewerbung und Jobwahl – von der Frage „Was will ich überhaupt?“ über das perfekte Bewerbungsbild bis hin zum Vorstellungsgespräch.

 

Bevor Du Dich für einen Beruf entscheidest, stellst Du Dir einige Fragen, z.B. „Was kann ich gut?“, „Was liegt mir nicht so?“, „Was interessiert mich?“ oder auch „In welche Branche möchte ich gehen?“. Dieselben Fragen solltest Du Dir auch vor einer Bewerbung stellen. Nicht nur, dass sie eine gute Vorbereitung für das Anschreiben oder sogar das Bewerbungsgespräch sind. Sie helfen auch, dass Du Dir überhaupt die richtigen Stellenausschreibungen und Unternehmen für eine Bewerbung aussuchst.

Was kann ich – und was nicht?

Um diese Fragen beantworten zu können, solltest Du Deine Stärken und Schwächen sowie Deine Fähigkeiten und Kenntnisse genau unter die Lupe nehmen. Frag hierzu am besten auch mal Deine Freunde, Familie oder Kollegen, denn Selbst- und Fremdeinschätzung können sich manchmal ganz schön unterscheiden. Wer nicht nur sich selbst und seinen Bekannten vertrauen möchte, kann auch auf die Wissenschaft setzen: Das Internet hält einige Tools bereit, die Dir eine kostenlose Einschätzung oder ein Kompetenzprofil bieten, wie z.B. Delveo. Hier bekommst Du auch Vorschläge, wie Du Dich beruflich weiterentwickeln kannst.

Es gilt: Immer offenbleiben

Damit Du am Ende auch das machst, was Dir am besten liegt, solltest Du Dich offen über viele verschiedene Berufsbilder und Werdegänge informieren. Das kannst Du zum Beispiel kostenlos bei der Bundesagentur für Arbeit Bundesagentur für Arbeit.

Wenn Du ganz sicher gehen willst, ob die von Dir ausgewählten Berufe wirklich zu Dir passen, können Praktika oder Probearbeitstage sehr helfen. Damit hast Du die Chance, Deinen Wunschjob oder Traumberuf zu testen, bevor Du Dich endgültig dafür entscheidest.

Probieren geht über Studieren

Du stellst beim Probearbeiten fest, dass der Job nicht so richtig passt, es aber trotzdem immer noch Dein Traumberuf ist? Kein Problem, denn an vielen Dingen kann man arbeiten. Möchtest Du Programmierer werden, kannst aber keine Programmiersprache, lernst Du eine mithilfe einer Weiterbildung. Etwas schwieriger wird es, wenn Du beispielsweise Sozialarbeiter werden möchtest, aber Probleme im Umgang mit Menschen hast. Das bedeutet nicht, dass Du nicht dennoch ein guter Sozialarbeiter werden kannst – Du müsstest nur zunächst an Dir arbeiten.

Du hast das Richtige für Dich gefunden und möchtest jetzt richtig überzeugen? Grundsätzlich gilt: Mach Dich so attraktiv wie möglich für den Arbeitsmarkt. Das setzt kein Einser-Abi voraus – auch ehrenamtliche Tätigkeiten in der Freizeit, wie Dein Engagement im Fußballverein oder im örtlichen Tierheim, sowie Sprachkenntnisse zählen und sollten mit in Deine Bewerbung.

Welche Firma passt zu Dir?

Du weißt nun, was Du machen möchtest. Bleibt die Frage: Wo? Nicht für jeden eignet sich ein Großkonzern, genauso wenig ist jeder der Typ für einen Familienbetrieb oder ein Startup. Die Entscheidung hängt meist von mehreren Faktoren ab: Geht es um den Berufseinstieg, also beispielsweise eine Ausbildung, oder um einen Job? Für wie lange möchtest Du Dich nach Möglichkeit an dieses Unternehmen binden? Und natürlich: Was für ein Typ bist Du? Was ist Dir wichtig an einem Arbeitgeber? Welche Stärken und Schwächen hast Du? Was willst Du in diesem Unternehmen erreichen?

Viel Arbeit, viel Gestaltungsraum: Das Startup

In Startups arbeitet man meist sehr selbstständig, häufig auch mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und einer geringeren Bezahlung. Hier geht es um Teamspirit und Unternehmergeist. Und darum, etwas aufzubauen und mit viel Herzblut und Energie dabei zu sein. Fühlst Du Dich in Deinem alten Beruf unterfordert, hast das Gefühl, nichts mehr bewegen zu können und suchst dringend eine Möglichkeit, Dich voll einzubringen, könnte das genau das Richtige sein.

Breite Ausbildung, bodenständige Atmosphäre: Der Mittelständler

Für eine Ausbildung oder den Berufseinstieg kann ein mittelständisches Unternehmen die richtige Entscheidung sein: In der Regel kennen sich alle Mitarbeiter untereinander, Du kannst neben Deinem Aufgabenbereich auch die anderen Abläufe in der Firma kennenlernen und so ein gutes Grundverständnis für Dein gesamtes Berufsfeld gewinnen. Du bekommst schnell einen eigenen Verantwortungsbereich und kannst Dich dort unentbehrlich machen – gute Voraussetzungen für Deine Karriere.

Höher, schneller, weiter: Der internationale Konzern

Du wünschst Dir ein internationales Umfeld? Mit Englisch als Geschäftssprache? Dann bietet sich die Arbeit im Großkonzern an. Hier hast Du zum Beispiel die Möglichkeit, für bekannte Marken zu arbeiten und sie bei Geschäftsreisen im Ausland zu repräsentieren. Oft hast Du vor allem zu Beginn ein klar umrissenes Aufgabenfeld mit vielen wiederkehrenden Routineaufgaben. Diplomatisches Geschick, gute Netzwerkfähigkeiten und große Selbstsicherheit sind hier gefragt, um sich zu behaupten.

Viele Möglichkeiten – mach was draus!

Ein Pauschalrezept für den richtigen Arbeitgeber gibt es natürlich nicht. Wichtig ist, dass Du für Dich herausfindest, was Du möchtest und wo Du hinpasst. Dann kannst Du Dir passende Stellenausschreibungen aussuchen und Dich bei den Firmen bewerben.

Und keine Angst: Entscheidungen lassen sich rückgängig machen. Nur weil Du in einem mittelständischen Betrieb anfängst, heißt das nicht, dass Du nie in einem Großkonzern arbeiten wirst. Oder umgekehrt.

3 Tipps vom Profi:

Nicole Lindlar, Recruiterin

  1. Das beste Angebot ist oft nicht das erste oder das letzte, sondern irgendwo dazwischen.
  2. Nicht von Absagen demotivieren lassen. 😉
  3. Immer authentisch bleiben und sich nicht verstellen (das hält nämlich niemand auf Dauer durch).

 

Wie das perfekte Bewerbungsfoto aussieht, erfährst Du im nächsten Teil der Serie.

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