Ghana

Westafrika hautnah: Tagebuch einer Exkursion durch Ghana

16 Tourismuswirtschaft-Studierende der IUBH verbrachten im Juli neun aufregende Tage im westafrikanischen Ghana. Im Rahmen eines Projekts mit der Cape Coast Technical University (CCTU) untersuchten sie das touristische Potenzial des Landes. Kristina und Maria berichten von ihren Reiseerlebnissen.

 

Tag 1: Mittwoch, 18. Juli

Akwaaba in Accra! Hier am Flughafen sollten wir uns mit den restlichen Mitgliedern unserer Exkursionstruppe treffen. Nach vier langen Wartestunden und einigen Flugverspätungen waren wir dann vorerst komplett, bezogen unser Nachtquartier und konnten am nächsten Tag richtig loslegen! Unser Guide Albert, Tourismusprofessor an der Cape Coast Technical University (CCTU), stellte sich selbst und das Programm noch kurz vor – wir waren sehr gespannt auf die nächsten Tage.

 

Tag 2: Donnerstag, 19. Juli

Gegen 5:30 Uhr war Abfahrt zur Cape Coast Technical University (CCTU) – inklusive einiger Nachzügler, die in der Nacht noch zu unserer Gruppe gestoßen waren. An der Uni angekommen, bezogen wir nach einer freundlichen Begrüßung unsere Studentenzimmer. Danach ging es auf zur ersten Attraktion: Kanu fahren und ein Dorf besichtigen, das auf dem Wasser gebaut wurde. Auf dem Rückweg gab es noch ein mehr oder weniger traditionelles ghanaisches Abendessen: Chicken Wings und Fried Rice.

Tag 3: Freitag, 20. Juli

Heute ging es Gott sei Dank etwas später los: Um kurz nach 8 Uhr fuhren wir in die Innenstadt von Cape Coast und dann weiter zu einem Highlight der Umgebung: Elmina Castle. Die Führung war spannend, aber auch beklemmend: Unser Guide führte uns durch mehrere Steinkerker, in denen einst Sklaven gefangen gehalten wurden – im letzten schloss er für einige Sekunden die Tür…

Nachmittags erwartete uns endlich der Regenwald! Dort balancierten wir über wackelige Hängebrücken. Da es kurz darauf anfing heftig zu regnen, mussten wir jedoch zurück zum Bus. Durch die Programmänderung hatten wir noch Zeit für den Besuch einer Krokodilfarm, wo wir die Tiere todesmutig sogar fütterten!

Abends servierte man uns traditionelle Kost, die mit den Fingern gegessen wird: fermentierten Maisbrei. Dazu wird eine leicht schleimige Suppe aus Tierhaut, Gemüse und Fisch geschlürft.

Tag 4: Samstag, 21. Juli

Heute haben wir Cape Coast in Richtung Mole Nationalpark verlassen. Unser Guide Albert hatte uns schon auf eine lange Busfahrt vorbereitet, die sich im Endeffekt als noch viel länger entpuppte – Unwetter und Verkehr sei Dank. Wir haben die Zeit aber genutzt, um mit Albert ausführlich über die Exkursion an sich sowie die Situation in Ghana zu diskutieren.

Zwischendurch haben wir mehrmals angehalten und uns durch frische Kokosnüsse, Bananenchips und andere Köstlichkeiten probiert. Einen weiteren Stopp legten wir in der Großstadt Kumasi ein, wo wir unter anderem ein Museum besuchten, das den zahlreichen Königen Ghanas gewidmet ist. Etwa 125 km weiter fielen wir in Sunyani nach einem Late Night Dinner um 22 Uhr alle todmüde ins Bett.

Ghana

Gottesdienst

Gottesdienst

Tag 5: Sonntag, 22. Juli

Heute ist Sonntag, und da Religion in der afrikanischen Kultur tief verankert ist, wollten wir unbedingt eine Kirche besuchen. Nach etwa einer Stunde Fahrt in Richtung des Mole Nationalparks wurden wir fündig. Die Einheimischen forderten uns direkt auf, mit ihnen zu singen und zu tanzen.

Später besuchten wir einen Affenpark und anschließend die Hand-in-Hand-Community in Nkoranza, das einzige Waisenhaus des Landes, das auch behinderte Kinder aufnimmt. Eine traurige Zahl im Verhältnis zu fast 26 Millionen (!) Einwohnern. Wir wurden sehr freundlich begrüßt, erhielten eine Führung über das Gelände und konnten mit den Kindern spielen. Eine Erfahrung, die uns auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben wird und zum Nachdenken anregt. Um 22 Uhr erreichten wir die Pforten des Mole Nationalparks.

Tag 6: Montag, 23. Juli

Heute gingen wir auf eine Safaritour! Dabei saßen wir auf den Dächern von insgesamt drei Jeeps und durchstreiften den wunderschönen Mole Nationalpark. Zu sehen gibt es dort unter anderem Antilopen, Elefanten, Schweine und zahlreiche Vögel.

Ansonsten war heute unser erster – und einziger – entspannter Tag. Das Hotel hat sogar einen Pool, mittags servierte man uns Pizza und Pasta, danach durften wir mit dem Geschäftsführer zum Tourismus in der Region sprechen, abends ging es nochmal auf die Pirsch.

Ghana

typisch ghanaisches Dorf

typisches ghanaisches Dorf

Tag 7: Dienstag, 24. Juli

Heute ging es wieder in den Bus. Nach unserem gestrigen Pausentag mussten wir einiges an Strecke gutmachen und über 400 km zurücklegen. Wir hielten an den Kintampo-Wasserfällen und schauten uns die ghanaischen Wohnverhältnisse an. Die meisten Familien haben eine Wohnhütte, einen Stall sowie ein Silo zur Vorratslagerung. Unser Besuch sprach sich herum, es tauchten plötzlich immer mehr Nachbarn auf, die sehr begeistert über unsere Anwesenheit waren.

Über Nacht blieben wir in einem sehr schönen Resort in Kumasi. Vor dem Schlafengehen konnten wir uns noch ausführlich mit dem Manager unterhalten.

Tag 8: Mittwoch, 25. Juli

Unser letzter Tag und zurück in Accra – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist. Den Besuch einer Kakaoplantage mussten wir mangels Zeit leider absagen. Später empfing uns eine Bekannte von Albert, die beruflich ein professionelles Catering betreibt. Sie bewirtete uns mit allerlei traditionellen Köstlichkeiten. Anschließend besuchten wir noch einmal alle gemeinsam eine Bar und reflektierten unsere Erfahrungen. Wir sind uns einig, dass es sowohl positive als auch negative, aber in jedem Fall unzählige prägende Eindrücke waren, deren Verarbeitung uns sicher noch Zeit kosten wird.

Ghana

typisch afrikanische Stoffe

typisch afrikanische Stoffe

Tag 9: Donnerstag, 26. Juli

Abflug! Wie es sich gehört, nutzten wir die letzten Stunden vorher noch für ausgiebiges Souvenir-Shopping – Handeln erwünscht. Vollgepackt mit Tüchern, Figuren, Schlüsselanhängern und jeder Menge anderem Plunder fuhren wir noch zu einem Abschiedsessen an den Strand. Das Catering übernahm unsere Freundin vom Vorabend. Noch schnell ein paar Abschiedspolaroids geschossen, und ab zum Flughafen.

Medaasi Ghana, für eine wunderschöne, abenteuerliche, manchmal chaotische, lustige, nachdenklich stimmende, definitiv unvergessliche Zeit! Uns beide hat dieser Besuch nachhaltig beeindruckt. Wir planen zusätzlich zu den kommenden Projektarbeiten über diese Reise unsere Bachelorarbeiten mit Bezug zu Ghana und der dortigen Wahrnehmung von Tourismus und Reisen zu schreiben. Einige unserer Truppe haben auch schon Pläne für die Kenia-Exkursion nächstes Jahr – es bleibt also spannend.

 

von links: Maria ist 22 Jahre alt und studiert seit 2015 Tourismuswirtschaft an der IUBH Duales Studium. Zu ihren Hobbys gehören das Reisen und Weltentdecken, Jugendarbeit, auch privat Events zu organisieren und das Leben genießen. Kristina ist 23 Jahre alt und studiert seit 2015 Tourismuswirtschaft an der IUBH Duales Studium. In ihrer Freizeit verknotet sie sich beim Yoga, erkundet München, die bayerische Bergwelt oder fremde Länder. Immer dabei: Quietscheenten in sämtlichen Variationen.

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