Tourismus

Vorsicht Vorurteil: Was man mit einem Tourismus-Studium so machen kann

Über viele Berufsfelder und Studiengänge kursieren wilde Gerüchte und Vorurteile. Unsere Insider aus den Studiengängen räumen ein für alle Mal mit den Klischees auf.

 

Vorurteil 1: Wer nichts wird, wird Wirt. Will heißen: Wer sonst nichts kann, geht ins Gastgewerbe.

Wer im Gastgewerbe arbeitet, hat immer mit fröhlichen Menschen zu tun, kann morgens ausschlafen und ist umgeben von leckerem Essen, Musik und Alkohol. Die paar Teller oder Getränke zu servieren ist nicht weiter anstrengend und man selbst darf auch mal naschen und sich den gelegentlichen Schluck Wein gönnen. Wer braucht dafür schon ein Studium? Bier zapfen, Essen servieren und ein bisschen gastfreundlich sein. Gastro kann doch jeder!

Wenn das so einfach wäre, hätten Sendungen wie „Die Kochprofis“, „Rosins Restaurants“ oder Rach, der Restauranttester“ sicherlich nicht Hochkonjunktur. Hinter der lockerleichten Atmosphäre im Lokal stecken nämlich gut durchdachte Konzepte zu betriebswirtschaftlichen Entscheidungen, Personalführung, Einkaufsmanagement und vor allem zu gutem Kundenservice.

Also lasst uns beim nächsten Abendessen im Restaurant anstoßen auf all die Wirte, die es uns ermöglichen, unseren Feierabend so schön ausklingen zu lassen!

 

Vorurteil 2: Tourismus studieren alle, die die ganze Zeit nur um die Welt reisen wollen.

Erster Tag in der Einführungswoche, erstes Semester – Vorstellungsrunde. Frage: Wer seid ihr und warum habt ihr euch für das Tourismusstudium entschieden? Und ja, 90 % beantworten diese Frage mit der Aussage, gerne zu reisen und die Welt zu erkunden. Aber wo genau liegt dabei das Problem? Was gibt es Besseres, als die Leidenschaft zum Beruf zu machen? Gebt’s doch zu: Ihr seid nur neidisch!

Ob wir jetzt wirklich nach dem Studium nur um die Welt jetten, sei mal dahingestellt, aber zumindest haben wir tausende Möglichkeiten, im Ausland zu arbeiten. Und das ist ja zumindest etwas.

 

Vorurteil 3: Feierabend? Gibt’s nicht im Hotel.

Eine Situation, die wohl jeder kennt, der im Hotel arbeitet. Da will man nach der Arbeit noch feiern gehen, ist auf einem Geburtstag eingeladen oder der Freund wartet zu Hause und die Schicht geht eigentlich nur bis 23:00 Uhr. Aber dann, pünktlich um 1 Minute vor 11, kommen neue Gäste um einzuchecken. Juchhuu! Da kommt Freude auf. Aber was soll‘s, das gehört nun mal dazu. Außerdem: Wir sind es doch gewohnt… Denn ja, die im Hotel müssen auch am Wochenende arbeiten. Dafür haben wir dann allerdings unter der Woche zwei Tage frei, an denen wir in Ruhe shoppen gehen können, ohne uns durch Menschenmengen zu drängeln. Zwei Wochentage, an denen alle anderen arbeiten müssen und wir ausschlafen dürfen und frei haben, während sie in vollen Straßenbahnen sitzen oder auf der Autobahn im Stau stehen. Das ist nicht zu verachten, sage ich Euch!

 

Vorurteil 4: Du studierst Tourismus? Da arbeitet man doch im Reisebüro, oder?

Ja, habe ich auch gedacht. Ist aber totaler Quatsch! Statt hinter einem PC zu klemmen und den Mallorca-Touristen das günstigste Pauschalreise-All-inclusive-Angebot rauszusuchen, kannst Du ebenso gut im Hotel oder im Eventbereich arbeiten, selbst Reisen entwickeln, planen und durchführen, in ein Hotel-Marketingkonsortium gehen, als Consultant arbeiten oder Du gründest ein eigenes Unternehmen und, und, und. Die Grundlagen kriegst Du schon während des Studiums, auch kannst Du Dich hier bereits näher auf einen Bereich spezialisieren. Und dann kannst Du endlich wieder um die Welt jetten: All das geht nämlich auch wunderbar im Ausland!

Lilian ist 20 Jahre alt und studiert seit April 2017 Tourismuswirtschaft an der IUBH. In ihrer Freizeit treibt sie gerne Sport, verbringt viel Zeit an der frischen Luft und reist gern (passt ja auch ins Klischee 😉 ). Außerdem arbeitet sie mit an verschiedenen Projekten rund um Tansania.

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