Kenia

Von Schildkröten, Bäumen und Tauchern: Eine Woche Kenia im Zeichen des umweltverträglichen Tourismus

Studierende der IUBH-Standorte Bad Reichenhall und Bad Honnef waren gemeinsam mit ihrem Dozenten Dr. David Rempel eine Woche lang in Kenia und forschten dort zum Thema umweltverträglicher Tourismus. Ihre Ergebnisse durften sie als einzige Bachelor-Studierende an der Universität von Nairobi auf der Konferenz „Universities, Entrepreneurship and Enterprise Development” vorstellen. Ein Reisebericht von IUBH-Mitarbeiter Kevin Strehlow.

 

Donnerstag

Los geht’s! Zu fünfzehnt sind wir von München Richtung Kenia gestartet und kommen morgen an. Alle sind sehr gespannt, was uns in der nächsten Woche erwartet.

Freitag

Heute sind wir gelandet und sind gleich in das richtige Afrikagefühl eingetaucht: Unsere ersten Eindrücke vom Land haben wir auf einer Safari durch den Nairobi National Park gesammelt. Das Highlight war der seltene Anblick einer Löwin bei der Jagd auf ein Zebra. Später ging es dann durch den dichten Straßenverkehr Nairobis zur Mully Children’s Family, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für Straßenkinder und unter anderem auch für die UN-Initiative Billion-Tree-Planting engagiert. Dort haben wir uns angesehen, was Wiederaufforstung für die Umwelt leisten kann. Das ist auch im Hinblick auf unsere Teilnahme an der Konferenz interessant: Eines der Themen, die die Studierenden vorstellen werden, behandelt das Bäumepflanzen in Kenia als Nischenmarkt für sogenannte Öko-Touristen, also Leute, die sich in ihrem Urlaub für die Umwelt engagieren wollen.

Samstag

Den Morgen verbrachten wir heute noch bei Mully Children’s Family und pflanzten zusammen mit den Kindern Bäume – der Grundstein für den allerersten „iubh forest“ in Afrika. Danach ging es direkt weiter zum Flughafen Nairobi und von dort aus nach Malindi am Indischen Ozean. Hier dürfen wir als erste Gäste in einem neuen Ressort von SRE-Tours übernachten. Als quasi Hoteltester teilen wir für unsere kostengünstige Unterbringung unsere Erfahrungen zum deutschen Tourismus, um dann gemeinsam mit den Besitzern herauszufinden, wie man das Ressort für deutsche Urlauber noch attraktiver gestalten könnte.

Sonntag

Heute konnten wir einen Tag richtig entspannen. Wir durften im Watamu-Meeres-Nationalpark eine Tour mit dem Glasboden-Boot machen und im drittgrößten Korallenriff der Welt schnorcheln. Ein toller Tagesabschluss war dann das BBQ auf einer Sandbank mitten im Meer.

Montag

Der heutige Vormittag stand ganz im Zeichen unseres zweiten Konferenz-Themas: Der Watuma-Meeres-Nationalpark als Reiseziel für deutsche Taucher. Wir besuchten eine Tauchschule und sprachen dort mit Experten darüber, inwieweit der Nationalpark ein attraktives Reiseziel für deutsche Touristen sein könnte. Das zuständige Team hatte vorab schon in Deutschland ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass das Tauchgebiet bei Deutschen – bis jetzt – nahezu unbekannt ist.

Am Nachmittag fuhren wir zur Watamu Turtle Foundation, einer Organisation, die Meeresschildkröten schützt und erforscht. Verletzte Tiere werden behandelt und im Anschluss wieder auswildert. Da das dritte und letzte Konferenzthema sich mit dem Vermarktungspotenzial des Meeresschutzgebiets für umweltverträglichen Tourismus aus Deutschland befasst, zeigte uns die Organisation ein interessantes Betätigungsfeld für Öko-Touristen. Den Abend haben alle genutzt, um an ihren Präsentationen für die Konferenz zu arbeiten.

Dienstag

Heute startete der Tag mit einem Besuch der Gedi-Ruinen, der ältesten Swahili-Steinsiedlung an der Ostküste Afrikas aus dem Jahr 800 v. Chr. Ein absolutes Highlight waren die wilden Affen, die auf uns allen herumkletterten. Anschließend stand noch der Besuch der Mida Butterfly Farm auf dem Programm. Die kenianische NGO (Non-Governmental Organisation) kauft von den Menschen vor Ort Schmetterlingspuppen und verschickt sie an zoologische Einrichtungen in den USA und Europa. Dadurch will sie die lokale Bevölkerung motivieren, den letzten intakten Teil des Waldes an der Ostküste Afrikas zu erhalten. Am Abend ging es dann mit dem Flieger zurück nach Nairobi.

Mittwoch

Heute war der große Konferenztag, und die Studierenden stellten ihre Erkenntnisse aus den drei untersuchten Themen vor. Zum Thema Baumpflanzen hatten sie herausgefunden, dass für deutsche Touristen – sofern sie sich ökologisch im Urlaub engagieren möchten – das Bäumepflanzen tatsächlich auf Platz 2 der Beliebtheitsskala steht. Die meisten möchten sich um Tiere kümmern – und sind damit vor allem relevant für die Ergebnisse zum Vermarktungspotenzial des Meeresschutzgebiets. Denn aufgrund seiner Meeresschildkröten, Korallenriffe und Seekühe ist der Park ein wahres Mekka für deutsche Öko- und Tierschutz-Touristen. Durch extra Eintrittsgelder, aber auch durch Jobs, die durch den Tourismus entstehen, könnte die Wirtschaft vor Ort enorm profitieren. Bei der Untersuchung zum Thema Tauchen konnten die Studierenden zeigen, dass der deutsche Tauch-Tourismus einen großen Beitrag zur lokalen Wirtschaft in Malindi leisten und gleichzeitig eine wichtige Rolle für den Erhalt des Meeresschutzgebiets spielen kann: durch Eintrittsgelder, ein zunehmendes Bewusstsein für den ökonomischen Wert des Parks als schützenswerter Raum genauso wie als Möglichkeit, sich aktiv in den Meeresschutz einzubringen.

Alle vorgestellten Themen stießen bei der Konferenz auf großes Interesse, und viele Professoren und internationale Investoren gratulierten den Studierenden und fragten ihre Arbeiten an – es war ein voller Erfolg. Im Anschluss konnten wir uns noch auf der Dachterrasse der Universität mit Blick über die Dächer Nairobis mit kenianischen Studierenden austauschen.

Donnerstag

Nach einer kurzen Sightseeingtour durch Nairobi ergab sich die Gelegenheit, für unsere Lieben daheim selbstgeschnitzte regionale Mitbringsel zu kaufen. Abends ging es dann wieder zum Flughafen und damit zurück nach Deutschland.

Abschließend können wir auf eine tolle und vor allem ereignisreiche Woche zurückblicken, die uns allen in guter Erinnerung bleiben wird.

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