Prokrastination

Prokrastination im Studium: Sechs einfache Hacks gegen Aufschieberitis

Wer schiebt unliebsame Aufgaben nicht hin und wieder lieber vor sich her statt sie zu erledigen? Das IUBH-Blogteam hat selbsterprobte Strategien gesammelt, wie Du Deinen inneren Schweinehund besiegen kannst.

 

Die Bude putzen statt für die baldige Prüfung zu lernen oder stundenlang durch Instagram scrollen, obwohl der Abgabetermin für die Masterarbeit unaufhaltsam näher rückt. Kaum ein Studierender kennt das Thema Prokrastination nicht. Schließlich ist das chronische Aufschieben von zu erledigenden Aufgaben zutiefst menschlich. Die gute Nachricht: Mit unseren Tipps und etwas Disziplin gelingt es Dir, Herr über Dein unnötiges Vermeidungsverhalten zu werden.

Tipp 1: Zuerst die Kröte, dann das Vergnügen

Beginne den Tag mit der dringendsten oder wichtigsten Aufgabe – wahlweise auch mit dem unangenehmsten To do, das Dir seit Tagen Bauchschmerzen bereitet. Der Vorteil der sogenannten Kröten-Strategie liegt auf der Hand: Wer ausgeschlafen, mit unverstelltem Blick „die Kröte geschluckt hat“, verringert die Fehlerquote – und darf sich auf die Schulter klopfen, die größte Hürde gleich am Morgen genommen zu haben. Netter Nebeneffekt: der extra Kick an Motivation für die weniger „krötigen“ Aufgaben des Tages. Allerdings musst Du aufpassen, dass Deine To-do-Listen nicht selbst zum Teil der Prokrastination werden. Ziehe die Notbremse, wenn Du mehr Zeit mit dem bunten Ausmalen Deiner To-do-Liste verbringst als mit dem Abarbeiten Deines Projekts.

Tipp 2: Power-Booster für mehr Selbstmotivation

Genau dieses Zufriedenheitsgefühl lässt sich gezielt für die eigene Produktivität nutzen. Überlege, wie Du Dir nervige oder anstrengende To dos, wie das Lernen auf eine Prüfung, schmackhaft machen kannst. Mit dem bewussten Zelebrieren von Pausen oder Deinem ganz individuellen Belohnungssystem kannst Du Deine intrinsische, das heißt persönliche, Motivation und Leistungsfähigkeit erhöhen. Wer in seinen eigenen vier Wänden lernt oder schreibt, gönnt sich zum Beispiel einen Power Nap. Oder Du streust einen Spaziergang um den Block oder eine kurze Laufeinheit ein. Kleine Auszeiten im Studienalltag wirken ohnehin Wunder: Der kurze Tapetenwechsel lüftet den Kopf durch und hilft Dir dabei, Dich wieder besser konzentrieren zu können.

Tipp 3: Tomaten-Häppchen für besseres Zeitmanagement

Eine der bekanntesten und wirksamsten Techniken, um zwischen Produktivsein und Entspannung abzuwechseln, ist die Pomodoro-Technik. Erfunden hat sie der Italiener Francesco Cirillo, der einen Küchenwecker in Tomatenform für seine Arbeitsstruktur nutzt. Klassischerweise dauert ein Pomodoro-Zyklus zweieinhalb Stunden. Gegliedert ist er in 25-Minuten-Arbeitsphasen, unterbrochen von je fünf Minuten Pause zum Innehalten. Die Methode ist besonders für Studierende geeignet, die den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen: Die eigenen Aufgaben in überschaubare, zeitlich festgelegte Abschnitte zu gliedern, hilft beim Fokussieren aufs Wesentliche.

Tipp 4: Mit Arbeitsplatz-Minimalismus zum Flow

15 Minuten dauert es im Durchschnitt, bis das Gehirn uns in den produktiven Flow-Zustand manövriert. Auch dieses Wissen kannst Du sinnvoll für Dich nutzen: Um überhaupt ins „Machen zu kommen“, hat sich das Eliminieren von Störfaktoren bewährt. Im Klartext: Entferne beliebte Zeitfresser und Ablenker wie Fernseher oder Smartphone aus Deinem Blickfeld. Besonders Hartnäckigen leisten Apps wie „Offtime“ oder „Moment“ Hilfestellung beim Kampf gegen Prokrastination. Als Gegenleistung lockt das erhebende Gefühl, völlig in Deiner Aufgabe aufzugehen und mal richtig was „wegzuschaffen“.

Tipp 5: Durststrecken mit Study Coaches oder Lern-Buddies überwinden

Meist kennen Prokrastinierer die Gründe für ihr Verhalten selbst – sei es Versagensangst, Faulheit oder die Annahme, nur unter zeitlichem Druck produktiv arbeiten zu können. Wer regelmäßig über die Hürde Selbstmotivation stolpert, sucht sich am besten einen Trainingspartner: Zähe Phasen zusammen überwinden, gemeinsam Erfolge feiern und sich im Studienalltag Updates über Zwischenziele geben, macht stark. Ein gewisser „sozialer Druck“ schafft außerdem Verbindlichkeit gegenüber anderen, die wir nicht enttäuschen möchten. Ganz wichtig: Suche Dir bewusst einen Lernpartner auf Augenhöhe aus, der Dich pusht statt ausbremst, um keinen zusätzlichen Frust zu schüren. Im Fernstudium stellt Dir die IUBH auch sogenannte Study Coaches an die Seite, die Dich bei Themen wie Zeitmanagement, Prüfungsvorbereitung und Lernmotivation unterstützen. Je nach Lerntyp gibt Dir Dein Study Coach zu Beginn Deines Studiums Tipps zu Lernmedien, definiert mit Dir Studienziele und reflektiert mit Dir am Ende des ersten Moduls, welche Methoden im Lernalltag sich langfristig für Dich eignen.

Tipp 6: Selbstkasteiung ist kontraproduktiv

Du solltest Dir immer wieder bewusst zu machen, was die Gründe oder Ziele für Dein Studium sind –und auch, welche Erfolge Du bisher schon erreicht hast! Statt alleine im stillen Kämmerlein Angst oder Frust vor dem nächsten Mammutprojekt zu schieben, empfiehlt sich der proaktive Austausch mit Studienberatern, Study Coaches und Kommilitonen. Attacke statt Aufschieberitis! Wer zu viel Zeit damit verbringt, sich über den Berg an Aufgaben zu grämen und in Panik über herannahende Deadlines zu verfallen, erstickt jedes Fünkchen Motivation oder Produktivität. Zum Glück genügt fast immer ein Perspektivwechsel, um die Produktivität und Begeisterung der Anfangsphase wiederzugewinnen.

 

Du hast Dein persönliches Patentrezept gegen Prokrastination bereits gefunden oder weitere Tipps, wie man sich zum Arbeiten motivieren kann? Dann teile sie mit uns.

 

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