Planetree Symposium an der IUBH

Am 14. Februar 2020 veranstaltete Planetree e. V. in Zusammenarbeit mit der IUBH ein Symposium am Campus der IUBH in Bad Honnef. Mit dem Titel „Spürbar Willkommen 2: Mitarbeiter gewinnen, motivieren und halten“ beschäftigte sich die Konferenzmit der Frage, wie Gesundheitseinrichtungen am besten neue Mitarbeiter gewinnen unddie Mitarbeiterfluktuation reduzieren können. Moderiert wurden die Diskussionsrunden von den zwei Hauptrednern Prof. Susanne Böhlich aus der Fakultät für Internationales Management und Joep Verbugt, Geschäftsführer der GgZE, einer innovativen und preisgekrönten psychiatrischen Klinik in den Niederlanden.
Dr. med.  Dorothea Wild, Leiterin von Planetree Deutschland, gab uns Einblicke in das erfolgreiche Symposium an der IUBH.

 

 

Prof. Böhlich betonte in ihrer Rede die Notwendigkeit, dass Manager im Gesundheitswesen die unterschiedlichen Karrierebedürfnisse und Erwartung

en der Kandidaten der so genanntenMillennials sowie der Generation Z im Rahmen des Rekrutierungsprozesses berücksichtigen müssen. Der erfolgreiche Anbieter

im Gesundheitswesen investiere in die Ausbildung und Entwicklung von Mana

gern und biete flexible Möglichkeiten, um die Work-Life-Balance der Mitarbeiter bestmöglich zu berücksichtigen, so Böhlich. Herr Verbugt stützte sich auf seine Erfahrungen als Leitung einer Einrichtung mit hoher Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Er empfahl, dass sich alle Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen eine grundlegende Frage ständig stellen sollten: „Ist die Pflege, die wir hier leisten, die Pflege, die wir uns für uns und unsere Lieben wünschen würden?“ Mit dem Planetree-Modell leitete Herr Verbugt einen kulturellen Wandel in der GgZE an, der beispielsweise beinhaltete, die reservierten Parkplätze für die Unternehmensleitung abzuschaffen – als Zeichen dafür, dass das Management im Dienste der Mitarbeiter und Patienten stehe und nicht umgekehrt. Das Ergebnis all seiner Maßnahmen war ein Rückgang der Beschwerden um insgesamt 40 %,eine Zunahme der ehrenamtlichen Helfer um 40 % sowie eine deutliche Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und der Krankheitszeiten.

 

Herausfordernde Fragen, interaktives Engagement

Dr. Wild bemerkte den Enthusiasmus des Symposiums-Publikums, das zahlreiche herausfordernde Fragen an das Expertengremium stellte. Viele der Zuhörer, selbst wichtige Entscheidungsträger in Gesundheitseinrichtungen, gaben konkrete Beispiele aus ih

rem Arbeitsalltag. Sie nannten aktuelle Situationen im Zusammenhang mit der Umstrukturierung von Abteilungen, der Einstellung neuer Mitarbeiter und der Vermittlung des Gefühls der Zugehörigkeit und Flexibilität, das für die langfristige Bindung von Mitarbeitern entscheidend ist.
Auf die Reden folgten zwei „Fluchtraum“-Spiele, die auf einem Pflegeheim- bzw. Krankenhausszenario basierten. Dieser Teil der Konferenz wurde anschließend von vielen Teilnehmern als einer der Höhepunkte beschrieben. Wie Juriaan v. Rijswijk, Gründer von Games for Health und Mitentwickler der Fluchträume, es ausdrückte: „Spielen ist die natürliche Art und Weise, wie unser Gehirn lernt. Das Erlernen von Teamarbeit und patientenzentrierter Pflege durch Spielen hat das Potenzial, die Gesundheitsversorgung zu verändern.“

Dorothea Wild ist Allgemeinärztin aus Bonn. Als Direktorin von Planetree Deutschland möchte sie das Gesundheitswesen zu einem Raum machen, in dem sich Patienten und Personal öffnen und miteinander wohlfühlen können. Um sich zu entspannen, geht sie gerne spazieren, macht Yoga und kümmert sich um ihren Pudel Jack. 

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