Palästina

Palästina – ein Miteinander der Religionen

An der IUBH studieren internationale Studierende aus über 110 verschiedenen Ländern. Zur Adventszeit haben wir einige von ihnen nach den Weihnachtstraditionen ihrer Heimatländer gefragt.

Palästina kennen die meisten Leute aus internationalen Nachrichtenspalten. Über das Leben jenseits der Konflikte wissen allerdings nur wenige etwas. Tatsächlich leben in Palästina die Anhänger verschiedener Religionen im Alltag friedlich und freundschaftlich zusammen – nicht nur zu Weihnachten.

Einander kennenlernen und respektieren

Ein Lehrer einer muslimischen Freundin von mir bat einmal alle seine Schüler, einen Freund einer jeweils anderen Religion mit in die Moschee beziehungsweise in die Kirche zu bringen und sich so gegenseitig zu zeigen, wie Muslime beziehungsweise Christen beten. Nachdem meine Freundin entsprechend eine Christin mit zur Moschee genommen und ihr dort alles gezeigt hatte, lernte sie im Gegenzug auch deren Kirche kennen. Da man als Muslim nicht an der Kommunion der christlichen Kirche teilnehmen kann, ersetzte der Priester die Hostie für meine Freundin durch eine Dattel und segnete diese für sie. Dieses kleine Beispiel zeigt, wie ich finde, sehr deutlich, wie mit gegenseitigem Respekt und Toleranz ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Dazu müssen wir nicht alle gleich sein, sondern einfach nur offen miteinander umgehen.

Ob muslimisch oder christlich: Lichterketten und festliche Dekoration gehören dazu

An Weihnachten kann man besonders deutlich sehen, wie nah alle zusammenrücken, ganz gleich, ob Muslim oder Christ. Ab Anfang Dezember wird das ganze Land in Rot dekoriert und man sieht überall Lichterketten: Muslimische Häuser kann man hier nicht mehr von christlichen unterscheiden. Alle Haupt- und Nebenstraßen sind geschmückt, in allen Läden stehen Weihnachtsbäume – die ganze Stadt ist festlich dekoriert. Weihnachtsmann-Kostüme hängen in den Geschäften und die Kinder freuen sich auf das Fest. Die Stadtverwaltung stellt einen Weihnachtsbaum auf und schmückt ihn. Bei der Zeremonie, in der Muslime und Christen gemeinsam den Baum erleuchten, werden christliche und palästinensische Lieder gesungen und auch der traditionelle palästinensische Tanz namens „Dabka“ darf nicht fehlen. Weihnachten ist schließlich für alle Menschen da, egal ob Christen oder Muslime.

In Palästina gehören Festtagssüßigkeiten, das Austauschen von Feiertagsgrüßen und gegenseitige Besuche als feste Bestandteile zu allen christlichen und muslimischen Festen. Ebenso wie Liebe und Frieden – und das ist es doch, was uns am Ende eint.

Omar ist 25 Jahre alt und studiert International Marketing Management an der IUBH. Er kommt aus Palästina und hat bereits vier Jahre Berufserfahrung im Bereich Sales. In seiner Freizeit geht er gerne fotografieren, boxen oder performt als Stand-Up Comedian.

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