Soziale Arbeit

Menschen in die Mitte der Gesellschaft bringen

Justin studiert dual Soziale Arbeit an der IUBH in Dortmund. In seinen Praxisphasen übernimmt er spannende Aufgaben im Projekt „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“.

 

Ich heiße Justin und studiere an der IUBH Duales Studium in Dortmund Soziale Arbeit. Mein Praxispartner ist der SF Brackel 61 e.V., ein Dortmunder Sportverein. Dort bin ich in meinen Praxisphasen für das Projekt „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ tätig. Das Projekt befasst sich mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Darunter fallen beispielsweise Flüchtlinge, Menschen mit Migrationshintergrund, Kinder aus finanziell schwachen Familien, Menschen mit Behinderungen und Senioren. Wir möchten sie in die Mitte der Gesellschaft bringen. Dazu bieten wir verschiedene Kurse und Gruppen an, an denen jeder kostenfrei teilnehmen kann.

Soziale ArbeitDeutschsprechen und Lesen lernen

Zu meinen Aufgaben gehört unter anderem die Betreuung der Sprach- und Lesegruppe für geflüchtete Eltern. Während ihre Kinder im Sport trainieren, lesen wir gemeinsam Texte und Bücher, schauen uns Kurzfilme an oder sprechen einfach nur über das Wochenende. Die Bücher und Texte haben ein Sprachniveau von B1 und B2. Die Filme sollen helfen, dass die Eltern ihre Umgebung besser kennenlernen, also behandeln sie beispielsweise das Ruhrgebiet. Im Anschluss sprechen wir mit der Gruppe auf Deutsch darüber, Englisch kann hin und wieder als Brückensprache eingesetzt werden. Wir – das sind mein Vorgesetzter Hans Walter von Oppenkowski und ich. Er unterstützt mich bei der Vorbereitung der Gruppe und leitet mich an.

Schulergänzungsunterricht als eigenes Projekt

Mein eigenes Projekt, das ich alleine leite, ist der Schulergänzungsunterricht. Er findet viermal wöchentlich für die im Verein spielenden Kinder und ihre Geschwister im Alter von 9 bis 18 Jahren statt. In diesem Unterricht helfe ich den Kindern in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Der Unterricht ist immer eine Stunde lang, direkt vor Beginn des Sporttrainings, da es nachgewiesen ist, dass Sport neue Synapsen freisetzt und das zuvor Erlernte besser im Gedächtnis haften bleibt. Die Zeiten sind auch praktisch für die Eltern, da sie sich so zusätzliche An- und Abfahrtskosten sparen. Wir lernen und üben gemeinsam, was in der Schule zurzeit Thema ist. Entweder bringen die Kinder dazu ihre Hausaufgaben oder ähnliches mit, oder ich suche im Internet nach passendem Material für die jeweils entsprechende Schulklasse. Die meisten von ihnen haben Probleme mit der Rechtschreibung. Dafür suche ich dann entsprechende Diktate im Internet, korrigiere ihre Fehler und gebe ihnen Tipps. Die derzeit fünf Kinder, die das Angebot nutzen, kommen leider nur unregelmäßig. Doch eines hat sogar schon seine Note in Mathematik verbessert.

Soziale ArbeitViele organisatorische Aufgaben

Über diese zwei Projekte hinaus helfe ich auch in der Turnhalle mit, zum Beispiel beim Sport für die ganz Kleinen, die Zwei- bis Dreijährigen. Da meine Tage mit Kursen gut ausgefüllt sind, kümmere ich mich danach um die organisatorischen Dinge. Dazu gehört natürlich Lesestoff für die Sprachgruppe und Unterrichtsmaterial für den Schulergänzungsunterricht zu recherchieren. Aber auch Anträge für Fördergelder zu stellen gehört zu meinem Aufgabengebiet. Das ist wichtig, um Personal- und Materialkosten decken zu können. Denn der Sportverein lebt zum großen Teil von solchen Fördergeldern. Ich setze mich dafür mit den entsprechenden Ansprechpartnern des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen e.V., dem Stadt- oder Landessportbund und anderen Vereinen oder Einrichtungen mit passenden Förderinitiativen auseinander und fülle Anträge aus.

Außerdem nehme ich an Seminaren und ähnlichen Veranstaltungen teil, um für die Tätigkeiten im Verein fit und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Themen können beispielsweise der Unterricht von Deutsch als Fremdsprache, das Asylrecht und aufenthaltsrechtliche Alternativen oder Sport und Sprache sein. Diese Seminare sind in der Regel kostenfrei. Sofern Kosten bestehen, werden sie vom Verein übernommen.

Aber auch bei der Planung neuer Vereinsaktivitäten helfe ich mit. Ab 2019 wird es ein Berufsorientierungsangebot für Jugendliche ab der 9. Klasse der Haupt- und Realschule geben. Dazu erstelle ich gerade das Konzept. Und unser „Gehfußball“ für Senioren startet noch dieses Jahr: Diese Art von Fußball ist gelenkschonend, da sie sehr langsam gespielt wird. Angebote für Menschen mit Behinderungen gibt es bisher leider noch nicht, da wir mit den laufenden Angeboten nahezu ausgelastet sind. Ehrenamtliche sind also immer willkommen bei uns.

 

Justin ist 23 Jahre alt und studiert seit 2018 Soziale Arbeit an der IUBH Duales Studium. In seiner Freizeit treibt er gerne Sport von Basketball bis Tischtennis, hört oder macht Musik und genießt seine Zeit mit Freunden.

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