Shanghai

Mein Fernstudium im Ausland: Kulturschock auf Chinesisch

Lisa wollte schon immer mal im Ausland leben. Als ihr Mann das Angebot erhielt, in Shanghai zu arbeiten, ging sie kurzerhand mit. Hier ist vieles anders als in Deutschland, aber nur Freunde und Familie sowie deutsches Brot vermisst sie wirklich.

 

Einmal im Leben ins Ausland gehen, fremde Kulturen kennenlernen… Das war schon immer mein Traum. Nur wann und wohin? Wie es im Leben meist ist, kam die Chance in dem Moment, in dem ich am wenigsten damit gerechnet hätte.

Leben und arbeiten in China?

Im Frühjahr 2016 bekam mein Mann das Angebot, beruflich für drei Jahre nach Shanghai zu gehen. Er nahm das Angebot direkt an, und nachdem ich im Spätsommer 2016 mein Bachelorstudium beendet hatte, reiste ich meinem Mann hinterher. Seitdem leben wir in der chinesischen Metropole und es gefällt uns sehr gut. Dennoch hatte ich am Anfang einen Kulturschock – Hochhaus an Hochhaus, Menschen über Menschen, enorme Lautstärke und fremde Gerüche. Extremer hätte der Gegensatz zu Deutschland nicht sein können.

Natürlich stellte sich die Frage, was ich in Shanghai mache. Am liebsten hätte ich direkt angefangen zu arbeiten, aber das ist in China aufgrund von Visum und anderen Bestimmungen leider etwas schwierig. Ich hatte ohnehin bereits mit dem Gedanken gespielt, noch ein Masterstudium draufzusetzen, und entschied ich mich nun dafür. Da ich mich auf den Bereich Human Resources spezialisieren wollte und es dazu fast keine Studiengänge in China gibt, war klar, dass ich an keiner Uni vor Ort studieren kann. Bei der Recherche bin ich auf die IUBH gestoßen, und etwas Besseres hätte mir nicht passieren können: Seit Anfang 2017 studiere ich den Master in Personalmanagement und bin immer noch sehr zufrieden.

Das Studium ist Herausforderung und Chance zugleich

Inzwischen ist das Studium perfekt in meinem Alltag integriert: Montag bis Freitag studiere ich und nebenbei habe ich einmal pro Woche einen Chinesisch-Sprachkurs. Sich ein paar Basics anzueignen, kann im Alltag oft nicht schaden, da Englisch nicht überall verbreitet ist. Obwohl ich froh bin, dass mir das Fernstudium die größte Flexibilität gibt, war genau das auch meine größte Herausforderung: Mir fehlte der persönliche Austausch mit Kommilitonen. Mittlerweile habe ich aber eine Freundin gefunden, die denselben Studiengang fast zeitgleich begonnen hat und mit der ich trotz Entfernung und Zeitunterschied regelmäßig Kontakt habe.

Shanghai

Jingán Tempel – Kultur trifft Moderne

Jingán Tempel - Kultur trifft Moderne

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Inzwischen habe ich mich sehr gut eingelebt und die Stadt schätzen gelernt. Die Chinesen nutzen ihr Smartphone quasi als Portemonnaie und bezahlen überall damit, was ich sehr fortschrittlich und bequem finde. Sie nutzen es aber auch in jeder – und ich meine wirklich in jeder – freien Minute zum Spielen, Filme schauen, Lesen oder Fotografieren. Es gibt nichts, was wichtiger ist. Aus deutscher Perspektive ist es schon sehr amüsant, wenn in einer extrem vollen Metro alle Köpfe nach unten gerichtet sind.

Aber in Shanghai gibt es sowieso nichts, was es nicht gibt. Von Montag bis Sonntag ist rund um die Uhr alles möglich, sei es einkaufen, Restaurantbesuche oder eine Massage. Einen Ruhetag gibt es nicht. Manchmal kann dieser Trubel aber auch sehr ermüdend sein. Da kann es passieren, dass die Chinesischlehrerin im Unterricht einfach am Tisch einschläft.

Alles in allem gefällt es mir hier in Shanghai sehr gut. Das Einzige, was mir manchmal fehlt, ist ein guter deutscher Bäcker. Es gibt hier zwar ein paar, die geschmacklich mithalten können, trotzdem geht nichts über deutsches Brot.

Einmal Ausland, immer Ausland?

Wann wir zurück nach Deutschland gehen, ist bislang noch nicht klar. Da mein Mann und ich hier das Reisen als Hobby für uns entdeckt haben, können wir uns vorstellen, entweder nach Ende der drei Jahre zu verlängern oder vielleicht sogar in einem ganz anderen Land zu leben. Dennoch steht fest – Heimat bleibt Heimat. Die Sehnsucht nach Familie und Freunden ist immer da, und irgendwann gehen wir wieder zurück nach Deutschland. Aber noch überwiegt die Abenteuerlust.

 

Lisa ist 24 Jahre alt und kommt gebürtig aus Sachsen-Anhalt. Seit 2017 studiert sie an der IUBH Fernstudium den Master Personalmanagement (M.A.). In ihrer Freizeit reist sie gern, trifft sich mit Freunden oder liest.

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3 Kommentare

  • Hallo Lisa, ich hätte auch die Möglichkeit in Shanghai zu leben und ein Fernstudium zu beginnen.
    Wie ist deine Erfahrung mit der Internetzensur? Kommst du damit klar? Kannst du von dort aus Online-Klausuren ablegen?
    Besten Dank und noch weiterhin alles Gute

    • Hallo Michael,
      ich kann ein Fernstudium in Shanghai auf jeden Fall empfehlen.
      Was die Internetzensur betrifft – Davon sind „nur“ ausgewählte Seiten betroffen. Alle Seiten, worauf ich bis jetzt online angewiesen war/bin (in Bezug auf das Studium), funktionieren gut.
      Online-Klausuren kannst du von Shanghai aus schreiben. Allerdings habe ich bisher noch keine Online-Klausuren geschrieben. Ich bevorzuge Präsenzklauren an den Prüfungsstandorten bzw. am Goethe-Institut. Mir persönlich ist das Risiko zu groß, dass die Verbindung während der Klausur doch mal abbrechen kann.
      Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte.
      Viele Grüße und dir auch alles Gute

      • Nihao Lisa,
        vielen herzlichen Dank für deine Antwort, diese war sehr hilfreich für mich. Wenn alles reibungslos funktioniert steht meiner Entscheidung ebenfalls ein Fernstudium von Shanghai aus zu absolvieren nicht´s mehr im Weg.
        Weiterhin viel Erfolg im Studium und liebe Grüße nach Shanghai
        Michael

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