Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Luftfracht.

Krise in der Luftfahrt durch Coronavirus – die Luftfracht könnte profitieren

Das Coronavirus beeinträchtigt die Weltwirtschaft und droht die Wirtschaft in eine handfeste Krise zu stürzen. Doch während viele Branchen sich auf sinkende Umsatzzahlen und Verluste einstellen müssen, könnten die Einschränkungen im Warenverkehr sogar einen positiven Effekt auf die Luftfracht-Branche haben. Prof. Dr. Arne Schulke ist an der IUBH Fachgebietsleiter für Transport und Logistik und berichtet über die Auswirkungen des Coronavirus auf die Luftfahrt.

 

Das neuartige Coronavirus hält derzeit die Welt in Atem. Wie wirkt sich das Coronavirus auf die Luftfahrt aus?

Die Auswirkungen des Virus auf den Passagier-Verkehr sind schon jetzt stark negativ, wie die Streckenstreichungen vieler Airlines von und nach Asien belegen. Der Umfang erinnert bereits stark an die SARS-Epidemie von 2003, als zum schlimmsten Zeitpunkt die Passagierzahlen global um bis zu 35% sanken.

Welche Folgen könnte dies für die Luftfahrtindustrie haben?

Airlines haben weltweit mit hohen Verlusten zu rechnen. Das Jahr 2020 könnte das wirtschaftlich schlechteste Jahr seit der Finanzkrise werden – Airlines haben also mit hohen Verlusten zu rechnen. Wenn die Passagierzahl, wie die International Air Transport Association IATA erwartet, für 2020 um 13 Prozent sinken würde, bedeutete dies für die Branche das erste Verlustjahr seit 2009.

Wie wirkt sich das Virus auf den Warenverkehr aus?

Die Sicherheitsvorkehrungen gegen das Coronavirus im asiatischen Raum und insbesondere in China haben zu einem Zusammenbruch der Straßen- und Hafenlogistik geführt. Dadurch ist der Schiffsverkehr weltweit massiv beeinträchtigt.

…weswegen Unternehmen dann auf die Luftfracht ausweichen?

Richtig, denn Unternehmen versuchen eben diese blockierten Versorgungswege durch Luftfracht zu entlasten. Die Nachfrage für Luftfracht steigt derzeit rasant. Davon wiederum profitieren die Airlines natürlich wieder.

Könnte die Luftfrachtbranche also am Ende sogar von der aktuellen Krise profitieren?

Die Effekte sind hier gegenläufig. Die Nachfrage nach Luftfracht steigt, aber rund 50 Prozent aller Luftfracht wir nicht über reine Frachtairlines, sondern bei Passagierflugzeugen mit transportiert. Damit verknappt jeder wegen des Coronavirus gestrichene Passagierflug auch wieder diese Kapazitäten.

Angenommen, die aktuellen Entwicklungen setzen sich fort – welche Akteure würden hiervon im Jahr 2020 profitieren?

Profiteure der aktuellen Krise sind Frachtairlines bzw. Mixed Carriers und Charter Airlines. 2020 könnte für sie ein Rekordjahr werden.

Prof. Dr. Arne Schulkes Schwerpunkte an der IUBH liegen im Bereich Transport und Logistik mit Fokus auf Luftfahrtthemen sowie Management Control and Leadership. Er hat zudem die Fachgebietsleitung für den Bereich Transport & Logistik inne. Vor seinem Schritt in die Lehre arbeitete Schulke 11 Jahre bei time:matters, einem Unternehmen der Lufthansa Cargo, sowohl als CFO und später auch COO.

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