klinische Forschung

Klinische Forschung – Ein Berufsfeld, das den Intellekt fordert und immer spannend bleibt

In Kooperation mit PAREXEL bietet die IUBH Internationale Hochschule seit einem Jahr den Fernstudiengang Clinical Research Management an. Dagmar McCaughey, Leiterin der Parexel Academy, und IUBH-Studiengangsleiter Dr. Thomas Neunert über Entwicklungen in der klinischen Forschung und warum ein MBA Sinn machen kann.

 

IUBH: Neue Impfstoffe, Arzneien gegen Krebs, Mittel gegen Demenz: Jedes Jahr werden eine Vielzahl neuer Medikamente zugelassen – und vor jeder Entwicklung und Zulassung sind klinische Studien notwendig. Wie hat sich das auf den Bereich Clinical Research in den letzten Jahren ausgewirkt?

Dagmar McCaughey: Die Bedingungen rund um die klinische Forschung haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Wir begegnen neuen nationalen wie internationalen Regularien sowie speziellen Auflagen von Zulassungsbehörden, die höhere Anforderungen an Studienqualität und -umfang stellen.
Dazu erhöhen die elektronische Datenerfassung – mit beinahe jeder Studie haben wir es mit unterschiedlichen elektronischen Systemen und Internetportalen zu tun – und die so genannte personalisierte Medizin die Komplexität in der Studiendurchführung.
Und wir stellen auch neue Anforderungen in der Arbeitsumgebung fest: Teams forschen weltweit und müssen global bzw. virtuell geleitet werden.

Thomas Neunert: Neben den naturwissenschaftlichen Aufgaben werden Forschende immer stärker hinsichtlich ihrer ökonomischer Managementkompetenzen im Rahmen der Projektleitung und -administration gefordert – vor allem bei Übernahme von übergreifenden Leitungs- und Führungsaufgaben.

 

IUBH: Es macht also Sinn, sich auf dem Gebiet zu spezialisieren?

Neunert: Definitiv. Die klinische Forschung wächst kontinuierlich. Auf der anderen Seite fehlt es zunehmend an Fachpersonal, das sowohl medizinisches wie ökonomisches Wissen mitbringt. Die Branche bietet daher eine realistische Aussicht auf eine langfristige Karriereentwicklung in einem wachsenden Arbeitsmarkt.

McCaughey: Auch unabhängige Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur Fachkräftesituation in der Pharmabranche aus dem letzten Jahr, erwarten bis zum Jahr 2030 einen nennenswerten Fachkräftemangel in diesem Bereich. Neben der unbedingten wissenschaftlichen Notwendigkeit, den Prozess der Arzneimittelzulassung zu verstehen und zu optimieren, wird akademische Expertise in diesem Gebiet zunehmend wichtiger, um in dieser Branche arbeiten zu können.

 

IUBH: Für wen ist Ihrer Meinung nach der Studiengang interessant?

McCaughey: Der Studiengang Clinical Research Management richtet sich an Interessenten, die bereits in der klinischen Forschung arbeiten…

Neunert: …oder dieses zum Ziel haben…

McCaughey: …und sich einen umfassenden Überblick über den Gesamtprozess der Arzneimittelzulassung verschaffen wollen. Einschließlich betriebs- und finanzwirtschaftlicher Kenntnisse und Einblicke in die Personalführung.

Neunert: Eigentlich für alle, die als Projektmanager oder Studienkoordinator, als Leiter einer Arbeitsgruppe oder einer Abteilung im Forschungs- und Beratungssektor durchstarten wollen. Der MBA-Abschluss eröffnet unseren Absolventen viele Berufsmöglichkeiten: Auch staatliche Stellen – Arzneimittelzulassung und Aufsicht – als Arbeitgeber oder Gutachtertätigkeiten kommen in Frage.

 

IUBH: Was finden Sie an diesem Gebiet faszinierend?

McCaughey: Wer ein Berufsfeld sucht, das den Intellekt fordert und immer spannend bleibt, ist in der klinischen Forschung richtig! Hier kann man mitwirken, wenn bahnbrechende Therapieverbesserungen ihre Marktzulassung erlangen. Für mich ist es ein Arbeitsgebiet, in dem man mit Recht stolz sein kann, wenn man einen Beitrag leistet.
Außerdem wir es nie langweilig: Da die Entwicklung neuer Therapieformen ein sehr innovativer und sich schnell ändernder Bereich ist, besteht die Notwendigkeit, sich ständig weiterzubilden. Firmen und Organisationen in diesem Sektor unterstützen ihre Mitarbeiter in der Regel durch interne und externe Schulungen dabei.

Neunert: Das Spannende ist für mich dabei die Tätigkeit in einer globalen, expandierenden Branche, dass man länderübergreifend mit Personen in unterschiedlichen Funktionen aller am Zulassungsprozess beteiligten Abteilungen zusammenarbeitet. Die verschiedenen Nationalitäten und Kulturkreise rund um den Globus erfordern kulturelles Geschick und bereichern somit den Einzelnen.

 

 

Dagmar Mc Caughey ist seit 1999 in der klinischen Forschung tätig. Sie hat in verschiedenen Fachbereichen dieses Gebietes sowohl als Teil von weltweiten Studienteams, wie auch als leitende Angestellte in diversen Abteilungen gearbeitet. Im Mai 2017 hat sie die Stelle als Global Head der PAREXEL Academy übernommen. Mithilfe eines internationalen Teams bietet die PAREXEL Academy weltweit Lehrprogramme in der klinischen Forschung an, sowohl eigenständig als auch in Zusammenarbeit mit Universitäten in verschiedenen Ländern, wie den USA, Singapur und Japan.

 

 

 

Dr. Thomas Neunert ist seit 2014 als Studiengangsleiter und Hochschullehrer für die IUBH tätig. Seine Expertise im Bereich Gesundheitsmanagement gründet auf lehrenden, beratenden und leitenden Tätigkeiten in Unternehmen und in- und ausländischen Hochschulen sowie einem gesundheitswirtschaftlich ausgerichteten Studium der Politischen Wissenschaft und der Sozialpsychologie in Deutschland und den USA. Berufsbegleitend absolvierte er seine Promotionsforschung in der Krankenhausbranche.

 

 

 

 

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