Kenia

Jenseits von Afrika: Am Fuße des Mully Mountain

Studierende der IUBH Duales Studium waren gemeinsam mit ihren Dozenten Dr. David Rempel und Prof. Dr. Felix Wölfle zehn Tage lang in Kenia unterwegs, um die touristischen Gegebenheiten vor Ort zu erforschen. Ein Erfahrungsbericht.

 

Wir, 18 dual Studierende der IUBH-Standorte Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Bremen, Bad Reichenhall und des Campus One, traten am 10. Juli 2019 unsere Studienreise nach Kenia an. Unter der Leitung unserer Dozenten Dr. David Rempel und Prof. Dr. Felix Wölfle durften wir zehn Tage lang die touristischen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen der Destination Kenia erforschen. Unser Fokus lag dabei auf den Möglichkeiten der Vermarktung verschiedener landestypischer Abenteuerprodukte im deutschen bzw. europäischen Quellmarkt. Im Laufe unserer Reise durften wir diverse touristische Dienstleistungen in Anspruch nehmen: von Mountainbiking im bekannten Hells Gate National Park bis hin zum gemeinsamen „Treeplanting“ mit über 500 kenianischen Schülern anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Organisation MCF Mully Children’s Family.

„Die größte Familie der Welt“

Unsere Exkursion wurde in Kooperation mit der Non-Profit-Organisation MCF Mully Children’s Family ausgerichtet. Die Mitglieder nahmen uns bei der Ankunft in Kenia herzlich in Empfang. Mit rund 13.000 Kindern ist MCF das wohl größte Kinderheim der Welt – oder wie die Gemeinschaft sich selbst nennt: „die größte Familie der Welt“. Die meisten der aufgenommenen Kinder stammen aus einem instabilen familiären Umfeld oder gar kriminellen Kreisen. Einige haben drogenabhängige Eltern, andere sind Vergewaltigungsopfer. MCF bietet den Kindern in erster Linie Schutz und Sicherheit, gefolgt von Nahrung und insbesondere dem Zugang zu kostenfreier Bildung. Wir durften die Gemeinschaft kennenlernen und den interaktiven Kontakt suchen. Gemeinsam mit den Kindern spielten wir Fußball, gingen wandern oder morgens zum Sonnenaufgang in den umgebenen Bergen joggen. Wir erkannten schnell: Musik und Religion haben in ihrer Kultur einen großen Stellenwert. Dementsprechend kamen wir in den Genuss einiger Privatkonzerte, gemeinsamer Gottesdienste und diverser Tanzeinlagen.

Abenteuer und Entspannung

Nach eindrucksvollen Tagen in der MCF-Gemeinschaft begann unser nächstes Abenteuer: die Reise in den Nairobi National Park. Das Besondere an diesem Nationalpark ist die außergewöhnliche Lage: Ein 117qkm großes Gelände inmitten einer 3-Millionen-Einwohner-Stadt – „the world’s only wildlife capital“. Als nächstes steuerten wir das sogenannte Maji Moto Eco Camp an. Das Camp wird von den Massai geführt, die uns mit ihren traditionellen Empfangsritualen willkommen hießen. Die Begrüßung bestand aus der Darbietung besonderer Laute und Klänge, gefolgt von Stock-Kämpfen. Bereits am ersten Abend im Camp ließen die Massai uns bei einer Wanderung durch den angrenzenden Busch an ihren Naturheilkenntnissen teilhaben. Besonders bemerkenswert am Camp war die umweltfreundliche und effiziente Bauweise. Eines Morgens brachen wir dann in den Massai Mara National Park auf. Dort haben wir Baby-Giraffen, Baby-Elefanten und Baby-Zebras gesehen – und natürlich durften die Gnus nicht fehlen. Die Natur war einfach atemberaubend. Abends entspannten wir in sogenannten „Hot Springs“, kleinen Thermen, die durch Vulkane auf natürliche Art und Weise erhitzt werden – natürlich umweltfreundlich. Schon bald ging es weiter in den Hells Gate National Park. Während der Großteil der Gruppe die Flusspferd-Suche antrat, brach der sportliche Teil unter exzellenter Leitung von Prof. Dr. Felix Wölfle zu einer unvergesslichen Mountainbike-Safari auf. Als Endstation wurde ein Geothermalbad gewählt, das aus sogenannten Schwefelpools besteht.

Interkultureller Austausch

Später kehrten wir wieder zum MCF Campus zurück, um uns für die zweitägige Ecotourism Conference 2019 vorzubereiten. Schon im Vorfeld der Studienreise erarbeiteten wir in kleinen Gruppen unsere Präsentationen, in denen wir die Themen Eco and Adventure Tourism aus diversen Perspektiven aufbereiteten. Dies geschah in Kooperation mit Studenten der Mount Kenya University und des Mully Colleges. Es war spannend, die verschiedenen Arbeitsweisen von Europäern und Kenianern zu vergleichen und gemeinsam Ergebnisse zu erzielen. Am zweiten Konferenztag war ein intensiver Austausch der IUBH-Studenierenden mit dem MCF-Team vorgesehen. MCF erarbeitet aktuell unter der Firmierung MCF Africa Safaris die Erweiterung des touristischen Konzepts in Kenia und bat uns um Anregungen und konstruktive Kritik, basierend auf unserer bisherigen Praxiserfahrung im Tourismus- und Hospitalitybereich. Nach einem konstruktiven Tag überraschte uns MCF mit einem atemberaubenden Abschlussdinner unterm Sternenhimmel am Lagerfeuer nahe des magischen, trüben Flusses. Da fiel es uns schwer, die Heimreise anzutreten.

Highlight of the Ecotourism Conference 2019.#mullychildrensfamily

Gepostet von Mully Children's Family am Samstag, 3. August 2019

 

Wir danken den hervorragenden Organisatoren Dr. David und seiner Frau Alexandra Rempel, nicht nur für die Schaffung einer Brücke zwischen MCF und der IUBH, sondern vor allem für die herzliche Zusammenführung unser aller. Außerdem danken wir Prof. Dr. Felix Wölfle für die intensive Betreuung unserer Präsentationen und die lustige Zeit, die wir gemeinsam in Kenia verbringen durften. Wir danken unseren Kommilitonen für die konstruktive Zusammenarbeit und neue Freundschaften. Und wir bedanken uns bei MCF für unvergessliche Eindrücke und Erfahrungen.

 

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