ATPL

„Ich freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich selbst fliegen darf“

An der IUBH können Studierende des Bachelors Aviation Management parallel zum Studium ihre Verkehrspilotenlizenz (ATPL) machen. Der 21-jährige Anton nutzt diese Chance, sich ein zweites Standbein in der Luftfahrt aufzubauen.

 

Antons Leidenschaft für das Fliegen begann bereits in seiner Kindheit: Aufgewachsen neben dem Münchner Flughafen, schaute er bereits zu Schulzeiten den Flugzeugen beim Starten und Landen zu. Mit acht Jahren flog er das erste Mal mit seinem Vater von München nach Hamburg. „Damals durfte ich nach dem Flug kurz ins Cockpit schauen. Das hat mich so fasziniert, dass für mich klar war, dass ich später selbst ein Flugzeug steuern will“, erzählt der Aviation Management-Student.

Was kostet der Sprit für einen Flug nach New York?

Schon damals hatte er viele Fragen. Wie verdient man als Airline Geld? Wie organisiert man einen Flugplan? Warum ändern sich die Ticketpreise so schnell? Wie viel kostet ein Mal tanken für einen Flug nach New York?

„Zu Ende meiner Schulzeit habe ich mir auf dem Open Campus Day der IUBH die Präsentation eines Aviation-Professors angeschaut und gemerkt: Hier bekomme ich Antworten auf meine Fragen. So bin ich schlussendlich zum Studium an der IUBH gekommen“, erinnert sich Anton. Dass die IUBH die Möglichkeit bietet, das Studium mit einer Pilotenausbildung zu verbinden, überzeugte ihn dann gänzlich. Jetzt ist Anton im 5. Semester und wird voraussichtlich parallel zum Bachelor nächstes Jahr auch seine ATPL-Ausbildung (Airline Transport Pilot License) abschließen.

Mit Zeitmanagement und Motivation zum „absoluten Traum“

Doch wie bringt man zwei Ausbildungen gleichzeitig unter einen Hut? Dafür braucht es gutes Zeitmanagement und die richtige Motivation. Beides ist für Anton kein Problem. „Natürlich kommt es in den Prüfungszeiten auch mal zu zeitlichen Engpässen, aber das weiß man ja vorher und kann sich entsprechend darauf einstellen und planen.“ Skills, die für diese Doppelbelastung und grundsätzlich fürs Studium hilfreich sind: Motivation, eine schnelle Auffassungsgabe, räumliche Vorstellungskraft, ein gutes mathematisches und physisches Grundverständnis, die Fähigkeit, sich lange konzentrieren zu können, und auch sehr gute Englischkenntnisse.

„Vor Beginn meiner Ausbildung war mein Traum zu fliegen, um die Welt von oben zu sehen. Auch der Gedanke, viele verschiedene Kulturen zu erleben und ein stückweit zu verbinden, hat mich unglaublich fasziniert und tut es auch heute noch“, erinnert sich Anton. Inzwischen ist da aber noch viel mehr: Mit jeder der knapp 140 geleisteten Flugstunden, wovon er über 80 als „Pilot in Command“, also ohne Fluglehrer an Bord, geflogen ist, macht ihm das Fliegen mehr Spaß. Es ist der unglaubliche Reiz, selbst bestimmen zu können, wie hoch man fliegt, wie schnell, in welche Richtung. Von einem schönen Sonnenuntergang, den er aus dem Cockpit gesehen hat, träumt er teilweise noch tagelang. „Ich freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich wieder selbst fliegen darf. Für mich ist es einfach mein absoluter Traum“, erklärt er.

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Von der Theorie bis zur Fluglizenz

Doch wie wird man Verkehrspilot? Die dafür notwendige ATPL-Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der Theorie-Unterricht findet in der Flugschule am Flugplatz in Bonn-Hangelar, am Flughafen Siegerland oder am Flughafen Frankfurt-Egelsbach statt. Jeder Flugschüler ist selbst dafür verantwortlich, seine Stundenzahl zu erreichen, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

Praktische Flugstunden werden mit dem zugeteilten Fluglehrer koordiniert. Zunächst muss ein sehr strikter Trainingsplan abgearbeitet werden, um dem Flugschüler die ersten Grundlagen beizubringen. Doch bereits nach etwa 15 Flugstunden kommt das Highlight, auf das sich jeder Flugschüler freut: Sein erster Solo-Flug als Pilot in Command.

ATPLDanach folgen Stunden sowohl mit als auch ohne Fluglehrer, was nach rund 45 Flugstunden mit der Prüfung zur Privatpilotenlizenz endet – der Grundstein für alle weiteren Lizenzen. „Dann beginnt der schönste Teil der Ausbildung: das Hour-Building. Das heißt, 100 Flugstunden als Pilot in Command Erfahrung zu sammeln und zu fliegen, wohin man will und wofür der Sprit reicht. Ich nutze das gerade für Ausflüge nach Frankreich, Italien, Österreich, aber auch in meine Heimat Bayern“, erzählt Anton.

Zu guter Letzt kommen noch Flugstunden nach Instrumentenflugregeln und für besondere Einweisungen wie das Fliegen mit mehreren Triebwerken. Dann ist der praktische Teil der ATPL-Ausbildung zu Ende. Nun schließt sich das sogenannte Type-Rating an, eine zweimonatige Einweisung auf speziellen Flugzeugtypen wie der A320 oder der B737, normalerweise mit dem zukünftigen Arbeitgeber zusammen. Damit ist man dann endgültig bereit, große Verkehrsmaschinen als erster Offizier zu fliegen.

Zukunft in der Luft oder am Boden?

Und wo möchte Anton später arbeiten? „Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist meine Inspiration: Neben seiner Vorstandsfunktion ist er auch Kapitän auf dem Airbus A320. Ich würde auch gerne die Hälfte meiner Arbeitszeit fliegen und für den Rest eine Managementfunktion übernehmen. Aber sollte ich mich eines Tages wirklich entscheiden müssen, werde ich auf alle Fälle fliegen!“

 

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