Hospitality Travel Technology

„Großer Zufall, aber bis heute der richtige Schritt für mich!“

Milena Schmidt, Absolventin des Bachelors Tourism Management (B.A.) an der IUBH, über ihre Karriere in der Hospitality Travel Technology

 

Milena, Du hast an der IUBH in Bad Honnef Tourism Management studiert. Jetzt arbeitest Du aber gar nicht klassisch in einem Hotel oder Reiseunternehmen. Was machst Du?

Milena Schmidt: Das, was ich mache, entspricht nicht ganz der traditionellen Tourismus-Karriere: Ich arbeite seit 2010 in der Hospitality Travel Technology und habe mich vor gut zwei Jahren sogar selbstständig gemacht. Jetzt vertrete ich internationale Start-ups, die Softwarelösungen für Hotels anbieten, wie zum Beispiel ein Revenue-Management-System oder Lösungen zur Personalisierung von Buchungsprozessen. Meine momentanen Auftraggeber haben ihren Firmensitz in den USA und ich betreue deren Kunden – also Hotels – außerhalb der USA.

Was sind Deine Aufgaben?

Schmidt: Ich bin dafür verantwortlich, dass die Software meiner Kunden in den Hotels richtig installiert wird und am Ende auch richtig funktioniert. Das umfasst aber nicht nur technische Aufgaben. Ich halte auch Schulungen ab und bin quasi der Kundensupport und direkte Ansprechpartner für die Hotels. Das Feedback, das ich von den Hotels zur Software bekomme, gebe ich direkt an die Start-ups weiter, damit sie ihr Produkt weiterentwickeln können. Außerdem helfe ich ihnen sicherzustellen, dass ihre Software auch international kompatibel ist. Zu guter Letzt unterstütze ich das internationale Vertriebsteam, vor allem als fachlicher Ansprechpartner. Wie man sieht, habe ich sehr vielfältige Aufgaben, und genau das finde ich reizvoll, da kein Tag in meinem Job dem anderen gleicht. Ich lerne und erfahre viel Neues und kann langfristig die Unternehmen mit formen.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, in den technischen Dienstleistungssektor zu gehen?

Schmidt: Ich habe nach meinem Studium ein Praktikum gemacht, bei dem ich erste Einblicke in technische Themen erhalten habe, und fand es ganz spannend. Letztendlich lief mein Einstieg aber über XING. Mein späterer Arbeitgeber kontaktierte mich dort, da ein Start-up, für das er selbst als Berater arbeitete, jemanden für den spanischsprachigen Markt aus einem europäischen Büro gesucht hat. Nach einem spannenden Mittagessen und erstem Kennenlernen habe ich mich dann beworben und eine Zusage erhalten. So habe ich mich in die Bereiche Start-up und Travel Technology gewagt. Großer Zufall, aber bis heute unfraglich der richtige Schritt für mich!

Kannst Du Dein Studium bei Deiner Arbeit nutzen?

Schmidt: Teils, teils. Das technische Fachwissen, das ich für meine Arbeit brauche, war natürlich nicht Teil des Studiums. Aber den BWL-Anteil und das Wissen über Abläufe in Hotels konnte ich in meinem ersten Job sehr gut gebrauchen. Außerdem ist das englische Fachvokabular sehr nützlich, da meine Kommunikation und Arbeit zu über 90 Prozent auf Englisch abläuft. Auch die häufigen Präsentationen, die wir im Studium halten mussten, haben sich gelohnt, da ich gelernt habe, Inhalte aufzubereiten und vor einer Gruppe zu präsentieren.

Fehlt Dir die Tourismusbranche?

Schmidt: Ehrlich gesagt überhaupt nicht – ich habe sehr schnell gemerkt, dass der technische Teil der Hotellerie für mich die spannendere Branche ist als beispielsweise das Tour-Operator- oder Destination-Management-Geschäft. Ich bin ich ja auch immer noch sehr in der Hotelindustrie verhaftet, nur quasi auf der anderen Seite, indem ich bei den Technologieanbietern arbeite.

Gehören auch Reisen zu Deinem Arbeitsalltag?

Schmidt: Ja, und das ist mir auch wichtig. Eine Dienstreise bedeutet immer, dass man seinen Kunden besser kennenlernt. Man ist in der Gruppe oft auch einfach produktiver, wenn man gemeinsam am Tisch sitzt. In den vergangenen Jahren habe ich fast alle Kontinente geschäftlich bereist. In vielen Kulturen, zum Beispiel in Indien oder Asien, sind „face to face“-Meetings und das Aufbauen einer persönlichen Beziehung ein Schlüsselfaktor für langfristigen Erfolg in der Zusammenarbeit. Außerdem fliege ich häufig in die USA für Meetings mit meinen Auftraggebern.

Bist Du in Deiner Branche als Frau nicht eher ein Exot?

Schmidt: Es sind definitiv weniger Frauen in der Branche tätig, allerdings ist das auch sehr abhängig von den Aufgabenbereichen. Die Software-Entwicklung ist schon primär von Männern besetzt, aber im technischen Kundensupport, Implementierung und Vertrieb gibt es auch einige Frauen.

Wie sehen Deine beruflichen Pläne aus?

Schmidt: Ich plane definitiv in diesem Bereich zu bleiben, da sich sehr viel in der Branche tut und es nie langweilig wird. Außerdem macht mir meine Arbeit Spaß. Sie ist nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern ich arbeite auch mit tollen Menschen zusammen.

 

Milena Schmidt unterstützt als selbstständige Beraterin Software-Start-ups in der Hotellerie bei der Produktimplementierung und Weiterentwicklung auf dem internationalen Markt. Sie hat an der IUBH einen Bachelor of Tourism Management erlangt und belegt zurzeit im IUBH Fernstudium den MBA-Studiengang. Nach ihrem Bachelorabschluss arbeitete Milena zunächst im europäischen Büro eines Silicon Valley Start-ups im Bereich des Online-Upsellings in der Hotellerie, bevor sie sich 2016 selbstständig machte.

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