Generation Z

Generation Z und die Arbeitswelt: Anders als man denkt

Die Generation Z startet ins Berufsleben und stellt Arbeitgeber mit eigenen Werten und Wünschen vor große Herausforderungen. Was die 15-25-Jährigen von ihrer Vorgängergeneration unterscheidet und wie sich Unternehmen darauf einstellen können, erforscht Prof. Dr. Susanne Böhlich von der IUBH Internationalen Hochschule.

 

Die soziologische Einordnung einer Generation erfolgt im Sinne von „Generationserlebnissen“ (Karl Mannheim): Gemeinsame Ereignisse in Kindheit und Jugend beeinflussen die gesamte „Generation“ in ihrer Entwicklung. „Auf den ersten Blick wirken die äußeren Bedingungen, die die Generationen Y und Z geprägt haben, miteinander vergleichbar“, so Prof. Dr. Susanne Böhlich. Zum Beispiel sei bei beiden Generationen der Erziehungsstil der Helikoptereltern, also der Eltern, die sich unermüdlich um ihre Kinder kümmern, ausgeprägt. Zudem sind beide Generationen mit modernen Technologien aufgewachsen, als „Digital Natives“ dauerhaft online und nutzen soziale Netzwerke.

Die Generation Z ist auf dem Boden der Realität angekommen

Umso interessanter ist für die Forscherin die Tatsache, dass sich die beiden Generationen in ihren Wünschen an das Arbeitsleben grundlegend unterscheiden: Die Generation Y strebt nach Individualität, die Generation Z dagegen will Sicherheit und in einer Gemeinschaft eingebunden sein. „Die junge Generation hat erlebt, dass sich die Träume der Vorgänger über Sinnhaftigkeit, Abwechslung und Selbstverwirklichung im Arbeitsleben nicht erfüllt haben. Sie ist auf dem harten Boden der Realität angekommen.“ Entsprechend unterschiedlich sind ihre Erwartungen an die Arbeitgeber:

  1. Jobsicherheit vs. Selbstverwirklichung: Der Generation Z, die in ihrer Jugend infolge von Terrorismus, Klimaerwärmung oder Wirtschaftskrisen Unsicherheiten erlebt hat, ist Arbeitsplatzsicherheit sehr wichtig. Berufe, die von der Generation Y als langweilig oder uninspirierend abgelehnt wurden, gewinnen daher wieder an Bedeutung.
  2. Work-life separation vs. Work-life blending: Während die Generation Y vor allem durch „Selbstverwirklichungs“-Ansprüche hinsichtlich Weiterbildung und Flexibilität auffällt, ist der Generation Z eine klare Trennung von Arbeits- und Berufsleben wichtig – genauso wie geregelte Arbeitszeiten und der eigene Schreibtisch.
  3. Struktur vs. spannende Herausforderungen: Die Generation Z mag klare Strukturen – so kennt sie es schon von ihrer Ausbildung. Dafür widerspricht sie Autoritäten weniger und vermeidet direkte Konfrontationen. Statt Probleme im direkten Gespräch auszudiskutieren, stellt sie ihre Ansichten lieber ins Internet. Die Generation Y hingegen möchte interessante Aufgaben und schnelle Weiterentwicklung.

Widersprüchliches Verhalten und neue Erwartungen an die Arbeitswelt

Trotz vergleichbarer Rahmenbedingungen hat sich die Generation Z völlig anders an ihre Umwelt angepasst als ihre Vorgängergeneration. Sie passt oft in keine Kategorie und ist widersprüchlich. Sie will Selbst- und Eigenständigkeit, aber gleichzeitig Geborgenheit und kein Risiko. „Für Personaler heißt das zunächst, die verschiedenen Generationen zu verstehen. Es geht nicht darum, blind den Ansprüchen zu folgen – die Unternehmen müssen sich überlegen, welchen Anforderungen sie folgen können und wollen, um die verschiedenen Erwartungen der Mitarbeiter zu managen. Damit erhalten sie aber auch neue Möglichkeiten und – richtig geführt – beständige und realistische Teammitglieder.“

 

Prof. Dr. Susanne Böhlich ist Studiengangsleiterin für den Masterstudiengang Internationales Management an der IUBH Internationalen Hochschule und lehrt mit den Schwerpunkten Human Resources Management und Corporate Governance. Zuvor war sie als Director HR Marketing bei der Deutschen Post DHL für das weltweite Personalmarketing verantwortlich.

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