Heyn

Die Arbeitskultur fasziniert ihn

IUBH-Alumnus Christoph Heyn ist Senior Director für Mobile & Digital Guest Experience bei Marriott International.

 

„Ich habe Hummeln im Hintern“, sagt Christoph Heyn. Diese trieben den Lehrersohn aus Meckenheim bei Bonn schon früh in die Welt hinaus. „Mit sechs Jahren wollte ich die Gaststätte meiner Oma in Oberhausen in ein Hotel umbauen“, erinnert er sich und lacht.

Start-up-Gründer mit 15 Jahren

Und weil die Familienurlaube meist nur nach Frankreich führten, gründete der heutige Senior Director für den Bereich Mobile & Digital Guest Experience bei Marriott International mit nur 15 Jahren ein Internet-Reise-Startup. Nach dem Abitur entschied er sich für ein vierjähriges Studienprogramm an der IUBH Internationalen Hochschule in Bad Honnef, von dem er die Hälfte im Ausland verbringen konnte.

„Das war wie für mich gemacht“, sagt der 33-Jährige, der heute mit seiner Familie im Herzen von Washington D.C. lebt. „Ein halbes Jahr Praktikum in Los Angeles, ein Jahr Studium in Arizona und am Ende ein sechsmonatiges Praktikum in Washington D.C. brachten mir auch ein Jobangebot meines letzten Arbeitgebers ein, bevor ich die Uni überhaupt abgeschlossen hatte.“

In den USA schätzt Heyn die offene Arbeitskultur. „Man schert sich nicht viel um Alter oder formale Karrierewege. Wer einen guten Job macht, kann relativ schnell und unkompliziert aufsteigen.“ Er selbst avancierte innerhalb von neun Jahren vom Praktikanten zum Senior Director, in Deutschland seiner Meinung nach schwer möglich.

In den USA hat er gelernt, Verbesserungsvorschläge offen auszusprechen. Die beste Idee gewinne, auch wenn sie vom Praktikanten stamme. Heyn schätzt die Internationalität von Washington D.C., wo er schnell einen interessanten Freundeskreis gewann. Obwohl Washington eine riesige Stadt ist, spielt sich das Leben auf engem Raum ab: „Auf dem Weg mit der Vespa zur Arbeit musste ich schon einmal den Papst, ein anderes Mal den US-Präsidenten mit seiner Autokolonne vorbeilassen“, erzählt Heyn. Jungen Kollegen rät er, möglichst schnell mit Auslandsaufenthalten zu beginnen.

Mit der Familie im Ausland

„Es gibt wohl keine internationalere Industrie als die Hotellerie – somit hilft es, wenn man früh eine globale Sicht erlangt.“ Auch seien junge Menschen normalerweise flexibler als mit Familie.

Heyn ist mit seiner Familie in Washington D.C. „Es macht mir wahnsinnig Spaß, im Ausland zu leben, aber mit Kindern will ich nicht alle zwei Jahre umziehen“, betont der Vater zweier Kleinkinder. Dass die Verbindung zu seiner Jugendliebe und heutigen Frau Lisa eine siebenjährige Fernbeziehung aushielt, ist ein besonderer Glücksfall für ihn.

Grundsätzlich gibt es keine Hürden für Deutsche, die in den USA arbeiten wollen. Der Hotelkonzern Marriott hilft generell bei der Arbeitserlaubnis und mit dem Arbeitsvisum, muss aber die lokalen Visabedingungen einhalten. Für Marriott in die USA zu wechseln, wenn man bereits im Ausland für das Unternehmen tätig war, sei relativ einfach. Externe Bewerber hätten es visatechnisch etwas schwerer.

Reisen ist nach wie vor das liebste Hobby des überzeugten Marathon-Läufers. Derzeit klappert er die US-Bundesstaaten ab, 38 von ihnen hat er bereits abgehakt. Um sich in den USA so richtig heimisch zu fühlen, hat er außerdem den ersten US-basierten Fanclub des 1. FC Köln gegründet. „Und ich importiere weiterhin Nutella aus Deutschland und mache gern einen Umweg, um hier in der Stadt ordentliches Brot zu kaufen“, so Christoph Heyn.

 

Dieser Artikel erschien in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung AHGZ.

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