Der erste Pakistanische Apotheker in Norddeutschland

Ali Asad Sulehria kommt aus Lahore, der zweitgrößten Stadt in Pakistan. Nach seinem Abschluss an der IUBH zog es ihn schließlich nach Sandkrug in Niedersachsen, um hier als Apotheker zu arbeiten. Der Unterschied zu seiner Heimat könnte nicht größer sein und doch fühlt er sich hier zu Hause und will in Zukunft eine eigene Apotheke eröffnen.

 

Die IUBH ist für mich ein internationaler Schmelztiegel

Ich habe meinen Bachelor in Pharmazie (Pharm-D) in Pakistan gemacht und mein Ziel war es, theoretische Kenntnisse mit praktischem Know-how zu verbinden, um meine Karriere im Pharmazeutischen Marketing auszubauen. Ich entschloss mich also, mein Masterstudium an der IUBH in International Management and Marketing zu absolvieren, auch weil Deutschland die Heimat der besten pharmazeutischen Unternehmen weltweit ist, beispielsweise von Merck oder Bayer, bei denen ich auch meine Praktika absolvieren konnte.

Die IUBH ist für mich ein internationaler Schmelztiegel, bei dem Studenten und Professoren aus der ganzen Welt zusammenkommen. Diese Interaktion und der Austausch während der Kurse waren sehr hilfreich für mich. Es war die richtige Entscheidung, hier zu studieren, denn ich hatte die Möglichkeit, nicht nur mein theoretisches Wissen auszubauen, sondern zusätzlich auch solide praktische Erfahrung während meiner Praktika zu sammeln.

In meiner Heimat verlor ich das Interesse, als Apotheker zu arbeiten. Hier in Deutschland ist das anders.

Während meines Studiums und nach meinen Praktika wurde mir bewusst, dass der Beruf als Apotheker in Deutschland hoch angesehen wird und es auf der anderen Seite aber auch eine große Nachfrage nach Pharmazeuten gibt. In meiner Heimat Pakistan verlor ich das Interesse, als Apotheker zu arbeiten, weil es dort kaum Anerkennung für diesen Beruf gibt. Hier in Deutschland ist das anders, denn Apotheker spielen hierzulande eine entscheidende Rolle im Gesundheitswesen und arbeiten Hand in Hand mit den Ärzten. Ihnen wird viel Respekt und Anerkennung entgegengebracht. Ich leistete also Freiwilligenarbeit in einer Apotheke, während ich meine Masterthesis zum Thema „Online-Apotheken“ schrieb, und stellte fest, dass dieser Job genau das war, was ich in der Zukunft tun wollte.

Die stressigste Phase meines Lebens

Um in Deutschland als Apotheker zu arbeiten, müssen ausländische Apotheker, die nicht aus der EU stammen, noch einmal eine Prüfung ablegen. Diese Prüfung ist vergleichbar mit dem dritten Staatsexamen und besteht aus zwei Teilen – der Fachsprachenprüfung und der Gleichwertigkeitsprüfung. Nachdem ich die Fachsprachenprüfung im August 2017 bestand, bekam ich eine vorläufige Lizenz und konnte unter Aufsicht eines registrierten deutschen Pharmazeuten schon als Apotheker arbeiten. Während ich mich auf die Gleichwertigkeitsprüfung vorbereitete, absolvierte ich zwei weitere Praktika in verschiedenen Apotheken. Ich habe schon viele Prüfungen in meinem Leben gemeistert, doch diese war die schwierigste. Das hatte viele Gründe, doch die beiden größten Schwierigkeiten waren die Sprache (die Prüfung wurde auf Deutsch abgelegt) und die deutschen Gesetze. Emotional und mental war das die stressigste Phase meines Lebens. Irgendwie habe ich es am Ende doch geschafft, die Prüfung beim ersten Anlauf zu bestehen, und wurde der erste pakistanische Apotheker in Norddeutschland und der zweite in ganz Deutschland. Dafür möchte ich vor allem meiner Mutter und meinen Verwandten danken, die für mein Bestehen gebetet haben, und auch meinem Mentor Pascal Polosek, der mir dabei geholfen hat, mich auf die Prüfung vorzubereiten.

In der Zukunft möchte ich meine eigene Apotheke eröffnen

Den Job in der Apotheke in Sandkrug fand ich sehr schnell, denn die Nachfrage nach Apothekern in Deutschland ist sehr groß. Ich habe mich für diese Stadt entschieden, da ich sie als sehr ruhig und friedvoll empfand. Sandkrug ist das genaue Gegenteil meiner Heimatstadt Lahore mit mehr als 11 Millionen Einwohner, aber ich fühle mich sehr wohl hier. Ich habe keinen langen Arbeitsweg, jeder kennt mich und die Patienten sind nicht in Hektik, sodass ich genug Zeit habe, mit ihnen über die richtige Medikation und die Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamente zu sprechen. Ich habe vor Kurzem auch eine Weiterbildung zum Medikationsanalytiker gemacht. Das heißt, ich kann Empfehlungen an den Arzt weitergeben, wenn ich Wechselwirkungen von Medikamenten bei einem Patienten bemerke. Das ist ein sehr interessanter Job.

Ich plane eine Spezialisierung zum Fachapotheker zu machen, denn in der Zukunft möchte ich meine eigene Apotheke und dann zusätzlich auch eine Online-Apotheke eröffnen. Aber zurzeit möchte ich einfach noch ein paar Jahre als Apotheker arbeiten und mehr über dieses Geschäft lernen. In meiner Freizeit führe ich auf Instagram übrigens einen Blog unter dem Namen Pharmacist_Asad_ Sulehria. Auf diesem Weg versuche ich, meine Follower zu beraten und über die verschiedenen Medikamente aufzuklären. So kann ich meinen Offline-Job mit der Onlinewelt verknüpfen.

 

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