Crowdfinancing

Crowdfinancing bei Immobilien

Laut dem „Crowdinvesting Marktreport 2016“ ist der Immobiliensektor inzwischen der größte Kapitalnehmer im Bereich Crowdfinancing. Grund genug, sich das Thema von Professor Dr. Jochen Panzer erklären zu lassen.

 

Crowdfinancing, zu dem auch Crowdfunding zählt, ist eine Finanzierungsart, bei der ein Projekt von einer Vielzahl von Investoren, der sogenannten „Crowd“ (englisch „Menge“ oder „Menschenmasse“), finanziert werden soll. Je nach Gestaltung erhält der Investor eine finanzielle oder materielle Vergütung für seine Einlage (das Geld, das er zur Verfügung stellt).

Trotz kleiner Finanzvolumen viele Vorteile

Sicherlich wird das Thema derzeit etwas gehypt. Denn Crowdfinancing eignet sich vor allem für kleinere bzw. recht junge Unternehmen, da darüber eher kleinere Finanzvolumen eingesammelt werden. Aber es gibt für Kapitalnehmer auch handfeste Gründe, die Crowdfinancing zu einer attraktiven Finanzierungsform machen: Refinanzierung des Eigenkapitals, Vermeidung von Bonitätsprüfungen durch Banken, hohes Maß an Kontrolle bei den Initiatoren sowie eine Marketing- und Kommunikationswirkung, die den finanziellen Beitrag bei weitem übersteigen kann.

Jeder kann dabei sein

Grundsätzlich kann sich jeder am Crowdfunding von Projekten über Plattformen wie Kickstarter oder Startnext beteiligen (für eine Übersicht von Crowdfunding-Plattformen: Crowdfunding.de). Geht es im Crowdfinancing um größere Summen mit Investitionsgedanken, wie eben in der Immobilienfinanzierung oder auch bei der Finanzierung von Gastronomie-Projekten, erwarten die Plattformbetreiber jedoch, dass der Investor das Risiko eines Totalverlustes versteht. Dazu wird die bisherige Nutzung von Finanzdienstleistungsprodukten abgefragt und dokumentiert und der Investor erhält umfangreiche Produktinformationen. Denn bei dem von ihm bereitgestellten Betrag handelt es sich in der Regel um nachrangiges Kapital, d.h. es hat eine geringe Wahrscheinlichkeit, zurückgezahlt zu werden, wenn das Projekt nicht den erhofften Erfolg erzielt.

Attraktive Renditemöglichkeiten

Für die Investoren ergeben sich vor allem Vorteile aus einer attraktiven Vergütung bzw. Verzinsung. Aber auch die emotionale Beteiligung am Projekt darf nicht unterschätzt werden. So dürfen sich beispielsweise Investoren des Frankfurter Brauhauses im Henninger Turm neben der Verzinsung ab einem gewissen Betrag auch über 10% Rabatt auf ihre Essensrechnung freuen. Kundenbindung kann eben auch für den Kunden schön sein.

 

Mehr zum Thema findest Du in Immobilien & Finanzierung 9/2017, Seite 24-26: „Crowdfinancing aus Sicht von Kapitalnehmern“ von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Prof. Dr. Jochen Panzer, Rias Wardack.

 

Prof. Dr. Jochen Panzer promovierte 2003 zum Thema „Dynamische Kundenbewertung zur Steuerung von Kundenbeziehungen“. Er hat über 18 Jahre Erfahrung in der Beratung und Praxis mit Fokus auf Vertrieb und Marketing bei nationalen und internationalen Unternehmen. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Vertriebsstrategie, Vertriebseffizienz und Direktvertrieb. An der IUBH ist Herr Panzer Professor für Marketing Management und auf die Verzahnung von Vertriebsthemen auf praktischer und theoretischer Ebene spezialisiert.

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