Schanghai

China ist Chance und Berufung zugleich

IUBH-Alumna Andrea Wiedemann ist bei Hyatt die Karriereleiter hinaufgestiegen. Sie verantwortet im Luxushotel Hyatt on the Bund in Schanghai die Bereiche Sales und Marketing.

 

Bloß kein langweiliger Bürojob! Deshalb entschied sich Andrea Wiedemann, die sich selbst abenteuerlustig nennt, einst für die Hotellerie. Heute ist ihr Job abwechslungsreicher denn je, denn sie ist mittlerweile Director of Sales and Marketing im Luxushotel Hyatt on the Bund in Schanghai. Und sie kann etwas vorweisen, was sie von vielen anderen Deutschen abhebt: Sie spricht verhandlungssicher Mandarin. „Während meines Studiums an der IUBH Internationale Hochschule habe ich damit angefangen“, erzählt Wiedemann. „Meine Eltern hatten mich dazu ermutigt. Sie sagten damals, dass China das Land der Zukunft ist. Damit hatten Sie auch recht! Ich war für ein erstes Praktikum im Raffles in Peking und bin dann direkt nach dem Studium für Hyatt nach China.“

Geboren und aufgewachsen ist die 34-Jährige in München. „Der Plan war, zwei Jahre in China zu bleiben und dann nach Mexiko zu gehen – nur sind es jetzt schon zehn Jahre in China geworden. Daran ist Hyatt schuld“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Aufstiegsmöglichkeiten

Ihre erste Managerstelle bekam Andrea Wiedemann im Hyatt Regency Jing Jin City in Tianjin als Restaurant Manager – „ich wollte unbedingt eine Managerstelle“. Nach 1,5 Jahren wechselte sie dort in den Salesbereich, war anschließend 18 Monate in Peking und kam danach ins Hyatt on the Bund in Schanghai als Sales Manager. Erst wurde sie zum Associate Director of Sales befördert, anschließend bekam sie die volle Verantwortung für Sales und Marketing. Das 5-Sterne-Hotel mit 620 Zimmern (inklusive 48 Suiten) und 1900 Quadratmetern an Meetingfläche befindet sich in einem Gebäude mit 33 Etagen, es liegt nur drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und bietet Blick auf Skyline und Fluss.

Das Wachstum am Hotelstandort Schanghai und die Wertschätzung der Chinesen für die Tophotellerie wertet Wiedmann als „höchstinteressant, weil der Chinese mehr und mehr verfügbares Einkommen hat hat und es nun auch mehr für Übernachtungen in 5-Sterne-Hotels ausgibt“. Das sei eine Entwicklung der vergangenen zwei bis drei Jahre. Außerdem sind Chinesen ihrer Erfahrung nach sehr spontan, weil sie alles über das Mobiltelefon buchen und bezahlen. Es kommt deshalb vor, dass an einem Tag zwischen 60 und 120 Reservierungen noch für den gleichen Tag hereinkommen. „So etwas ist in anderen Märkten undenkbar und macht die Arbeit für Mitarbeiter im Operativen, beispielsweise im Frontoffice, Housekeeping und F&B, sehr herausfordernd.“ Da heißt es offen zu sein für ein Land, indem Prozesse anders laufen und die Menschen anders ticken.

Bereit sein, sich anzupassen

„Ich habe gelernt, nichts mit dem Heimatland zu vergleichen“, so Wiedemann. Dass sie „sehr früh“ ins Ausland gegangen ist, wertet sie als positiv. „Mit 30 geht man vielleicht nicht mehr weg.“ Allerdings muss die Bereitschaft da sein, sich anzupassen. Ein Beispiel: Für Kundenveranstaltungen am Abend und am Wochenende gibt es keine Überstunden gutgeschrieben.

Aber Wiedemann blickt auf das Gesamtpaket und würde andere jederzeit dazu ermuntern. Allerdings werde es gerade immer schwieriger, ein Arbeitsvisum zu bekommen. Der chinesische Staat prüfe mittlerweile genau, ob der Job nicht auch von einem einheimischen Mitarbeiter erledigt werden könne und der Bewerber aus dem Ausland wirklich relevante Erfahrung mitbringe. „Zum Glück bin ich schon lange genug hier und habe die nötige Arbeitserfahrung“, so Wiedmann.

Also alles richtig gemacht? „Fast“, so Wiedmann. Sie selbst hatte sich nach dem Abitur gleich für ein Studium entschieden. „Jetzt empfehle ich jungen Leuten am Anfang ihrer Karriere doch erst eine Ausbildung zu machen, dann ein Studium. Die Hotelarbeit ist so praktisch veranlagt. Da sind Erfahrungen, die man in der Ausbildung macht, schon hilfreich.“

 

Dieser Artikel erschien in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung AHGZ.

 

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