Berlin

Burger, Bücher, Bäume: Mein Berlin!

Wir wollen von unseren Studierenden wissen, was ihnen an ihrem Studienort besonders gefällt. Heute erzählt uns Lina vom Wintersemester in Berlin:

Berlin ist einfach Berlin. Groß. Laut. Schnell. Bunt. Vielfältig. Jeden Tag sieht man Neues: Straßenfeste, Baustellen, Seifenblasenkünstler, spontane Polizeieinsätze in der Bahn – Berlin bleibt immer spannend und bietet gleichzeitig die schönsten Ecken, um sich richtig zu entspannen. Meine liebsten Orte in unserer schönen Hauptstadt stelle ich Euch heute vor.

Mein bester Ort in Berlin…

… zum lecker Essen: Burger Ring

Ganz in der Nähe zum Ostkreuz, das dank neun S-Bahn-Linien von überall gut zu erreichen ist, findet man einen recht unauffälligen Imbiss: Den Burger Ring (nicht verwandt mit eventuell ähnlich klingenden Burgerläden…). Hier gibt es unfassbar leckere Burger mit Ur-Berliner-Namen wie Boxhagener, Friedrichshainer oder Warschauer. Für diejenigen, die ihr Essen nicht gestapelt mögen, gibt es außerdem Salate, Hähnchen, Hot Dogs, Halloumi und die besten Ringelpommes der Stadt!

Ich bin hier am liebsten unter der Woche am Nachmittag, da bekommt man auch mit einer Gruppe von sechs Leuten einen Tisch. Wenn man am Wochenende feiern geht, ist der Burger Ring die perfekte Anlaufstelle für einen nächtlichen Imbiss und man trifft hier mitunter sehr komische Gestalten aus aller Welt. Am Wochenende kann es abends schon einmal voller werden. Aber ganz egal, wie voll es ist, die Burger werden schnell und frisch zubereitet und schmecken jedes Mal fantastisch (hier nochmal ein besonderes Lob an die hausgemachte Burgersauce!). Die Brötchen sind perfekt getoastet, Gürkchen und Tomate schmecken herrlich frisch und das Fleisch ist innen noch leicht rosa. Dazu würzige, knusprige Ringelfritten, und das Dinner ist perfekt.

Im Anschluss verewigen sich Stamm- und Neukunden gleichermaßen an den halbrenovierten Backsteinwänden – von Sprüchen echter Berliner Schnauzen bis zu ehrlichen Statements internationaler Touris findet man hier alles.

Berlin… zum Lernen: Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Die Bibliothek der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte ist eine der größten Universitätsbibliotheken in ganz Deutschland. Hier findet man Fachliteratur aller Themengebiete, die das Studentenherz begehrt, und noch viel mehr.

Aber das Beste am Grimm-Zentrum ist die Architektur: Man fühlt sich wie in einem Kaleidoskop. Die geraden Linien aus Holz und Glas verleihen dem Gebäude ein ganz eigenes Flair. Die Eingangshalle mit all ihren schmalen hohen Fenstern ist riesig und strahlt dank heller Wände trotzdem Wärme aus. Jedes Mal, wenn ich das Gebäude betrete, bin ich wieder beeindruckt von den Menschenmassen, die sich hier versammeln, und der unglaublichen Ruhe, die dennoch herrscht.

Einziges Problem: Die Bücher sind nicht nach Themengebieten geordnet. Man findet also neben einem Marketing-Standardwerk eine Anleitung zu Investitionen im Bauwesen und auf der anderen Seite steht ein Anatomiebuch. Deshalb ist im Voraus gründliche Recherche nötig, um vor Ort zu wissen, welche Bücher man braucht und wo man sie findet. Sonst ist man tatsächlich verloren. Ich bin schon eine halbe Stunde durch vier verschiedene Etagen gelaufen, um eines von fünf Exemplaren eines Buches zu finden, nur um dann feststellen zu müssen, dass tatsächlich alle Exemplare verliehen waren.

Die Mitgliedschaft in der Bibliothek ist kostenlos (in Berlin übrigens keine Selbstverständlichkeit) und das Gebäude in jedem Fall einen Besuch wert. Denkt nur an ein Vorhängeschloss für die Schließfächer – Taschen, Jacken oder Lebensmittel sind drinnen gar nicht gern gesehen.

Berlin… zum Nachdenken: Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Ich finde Friedhöfe wunderschön. Ich werde zwar immer traurig, wenn ich sie betrete, aber sie strahlen auch eine unglaubliche Ruhe und Kraft aus. Und wenn ich zwischen den Bäumen umherspaziere, kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen.

Zwischen den Bäumen und Grabsteinen im Zentralfriedhof fühle ich mich behütet und kann mich ganz der Stimmung der Anlage hingeben. Durch die Größe des Parks verteilen sich auch große Besuchermassen und man kann die Ruhe genießen. Auf einer der Bänke findet man immer einen Sitzplatz und kann völlig ungestört seinen Gedanken nachhängen. Ich beobachte dann gern die Bäume, die sich im Herbst umwerfend schön färben. Da die ganze Anlage eher wirkt wie ein Park, in dem auch Menschen beerdigt werden, als wie ein klassischer Friedhof, der nur aus Grabsteinen besteht, fühle ich mich hier immer willkommen und kann mich auch entspannt mit einem Buch auf eine Bank setzen. Und wenn der Körper ruht, kann ich die Gedanken laufen lassen.

Berlin… zum Shoppen: LP12 Mall Of Berlin

Von drapierten Mänteln in der Edelboutique bis zum großen Grabbeltisch im Günstigshop: In der Mall Of Berlin findet man wirklich alles. Besonders faszinierend finde ich, dass dort so viele unterschiedliche Menschen unterwegs sind. Die klassischen Hipster mit Jutebeuteln schlendern hier durch ebenso wie schicke ältere Damen im Kostüm und Teenagergruppen in Leggins. Hier ist tatsächlich ganz Berlin versammelt.

Ein Highlight ist ohne Frage der riesige Food-Court mit Imbissen aus aller Herren und Damen Länder. Ob Sushi, Nudeln, Eis, Baguette, Burger, Steak, Falafel, Kaffee … – hier kann sich jeder satt und glücklich futtern. Selbst wenn man jeden Tag woanders essen würde, wäre man nach einem Monat noch nicht durch!

Vor allem bei herbsttypischem Schmuddelwetter bieten die über 250 Geschäfte der Mall Of Berlin eine unterhaltsame und zeitvertrödelnde Zuflucht. Dank der zentralen Lage des Shoppingcenters in Steinwurfnähe zum Potsdamer Platz ist auch eine große Shoppingtour mit prall gefüllten Einkaufstüten kein Problem. Ein wahres Shoppingparadies.

… zum Entspannen: Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn

Wer Gartenkunst und fremde Kulturen liebt, kommt in Marzahn auf seine Kosten: Hier gibt es die schönsten Gärten aus China, Japan, dem Orient und vielen anderen Regionen. Mein persönlicher Liebling war schon als Kind der Japanische Garten. Auf großen Flächen wird Kies in wasserähnliche Wellen gelegt. Diese Mischung aus starrem Stein und fließenden Formen strahlt eine faszinierende Ruhe aus. Zwischen Kirschblüten und Bonsaibäumen entspannt man sich wie von selbst.

Ein weiteres Highlight war für mich schon immer der Rhododendronhain oder – wie ich ihn früher nannte – der Märchenwald. Hier stehen Figuren aus Märchen der Gebrüder Grimm und von Hans Christian Andersen, daneben ist in Kurzfassung die zugehörige Geschichte zu lesen. Zwischen Froschkönig, Schneewittchen und Tapferem Schneiderlein fühlt man sich wieder wie ein Kind.

Wer genug von den kulturinspirierten Gartenanlagen hat, kann den Heckenirrgarten im hinteren Teil des Parks ausprobieren. Oder sich einfach auf eine der vielen Liegen auf den großen Rasenflächen legen. In allen Ecken des Parks kann man sich so ausruhen und den Sonnenschein genießen.

Außerdem lassen sich inmitten von bunten Blumenbeeten wunderschöne Fotos schießen. Ich habe hier einen ganzen Tag lang mit einer Freundin ein Mini-Fotoshooting veranstaltet und freue mich bis heute über die Bilder. Also: Kamera nicht vergessen!

… zum Auspowern: Treptower Park

Wasser. Bäume. Ein alter Vergnügungspark. Was will man mehr für das perfekte Workout? Da ich mich inzwischen fast regelmäßig zum Joggen bewegen kann, musste irgendwann eine neue Laufstrecke her. Man kann schließlich nicht jeden Tag um dieselben fünf Häuserblocks hopsen. Und siehe da: Der Treptower Park ist perfekt für jede Art von Workout. Zwischen den Bäumen treffen sich regelmäßig warm eingepackte Sportgruppen, die z.B. gemeinsam Yoga machen oder Capoeira üben. Bewegung hilft schließlich am besten gegen kalte Füße.

Besonders in den Morgenstunden, wenn die Stadt noch schläft, lädt der Park mit zwitschernden Vögeln und fast leeren Wegen zum fleißigen Sporteln ein. Ich laufe am liebsten einmal quer durch den Park: Von der S-Bahnstation über die Promenade und immer am Wasser entlang, bis ich zu einer kleinen Brücke komme. Hier wähle ich oft den Weg über die Brücke und auf die Insel der Jugend – sie ist morgens menschenleer. Ich drehe eine Runde und genieße dann die Ruhe.

Manchmal laufe ich aber auch an der Brücke vorbei in Richtung des alten Riesenrads. Es gehört zum Spreepark Berlin, der früher ein großer Vergnügungspark war. Läuft man dort vorbei, sieht man die alten Karussells und Bahnen, die seit 15 Jahren stillgelegt sind.

Da diese Ecke tatsächlich etwas unheimlich ist – vor allem, wenn man alleine unterwegs ist –, laufe ich danach in sehr zügigem Tempo zurück in Richtung Treptower Park. Bei diesem kurzen Sprint auf gerader Strecke kann ich mich nochmal richtig auspowern, bevor ich mich auf den Heimweg mache.

… zum in Weihnachtsstimmung kommen: Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus

Etwas abseits von den riesigen Weihnachtsmärkten am Alexanderplatz, die eigentlich nur aus Essensbuden und bunt leuchtenden Fahrgeschäften bestehen, findet man den Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus. Seit ich denken kann, gehe ich jedes Jahr mit meinem Papa dorthin: Das ist unser kleines Vater-Tochter-Weihnachtsritual. Die Holzhäuschen bieten zwar wie alle anderen Weihnachtsmärkte auch viel Essen an, aber hier gibt es mehr Auswahl an urigen Imbissen: Mein Favorit ist der Langos, der ist unglaublich lecker! Jedes Jahr muss es mindestens einer mit Knoblauchsauce und Tomaten sein, sonst ist für mich die Weihnachtszeit nicht komplett. Außerdem gibt es ganz viele bunte Buden mit wunderschönem Kunsthandwerk. Von kreativen Filzarbeiten über filigrane Glastierchen und edlen Schmuck bis zu coolem Olivenholz-Kochgeschirr – hier findet man für jedes Familienmitglied ein Last-Minute-Geschenk!

Wem der Weihnachtsmarkt nicht reicht, um in Stimmung zu kommen, kann ich nur eines empfehlen: Macht Euch einen Glühwein warm, kuschelt Euch mit Keksen auf die Couch und guckt die Muppets Weihnachtsgeschichte. Vertraut mir, mehr Weihnachten geht nicht!

Mein Lieblingsort: Restaurant Hannibal in Friedrichshain

Das Hannibal macht mich einfach glücklich. Immer und immer wieder. Ich kenne das Restaurant von einer Freundin, die mich mal mit dorthin genommen hat. Ich habe dann andere Freunde und sogar Arbeitskollegen angeschleppt, und wirklich jeder ist begeistert von dem Laden! Wenn im Freundeskreis gefragt wird „Wo wollen wir heute Abend essen gehen?“ kommt inzwischen immer die Antwort „Hannibal!“.

Egal wie das Wetter ist, im Hannibal gibt es tolle Burger, knusprige Pommes, würzige Flammkuchen und frische Salate. Und dazu die besten und günstigsten Drinks in der Umgebung! Hier habe ich meine Liebe zum Cosmopolitan entdeckt und festgestellt, dass zu diesem pinken Mädchen-Cocktail perfekt ein saftiger Rindfleisch-Burger passt. Die Einrichtung ist genauso bunt und schräg zusammengewürfelt wie die Gäste und sprüht praktisch vor Friedrichshainer Individualität. Das gemixt mit jahrelangen Erinnerungen und dem immer netten und entspannten Personal, das bisher nur sehr selten vergessen hat, meinen Burger ohne Zwiebeln zuzubereiten, ergibt für mich das perfekte Bar-Restaurant und meinen Lieblingsort in Berlin.

Lina ist 20 Jahre alt, gebürtige Berlinerin und studiert seit Oktober 2015 Marketing Management an der IUBH. In ihrer Freizeit sieht und diskutiert sie gerne Filme und Serien mit Freunden, liest Thriller oder hält ihre Heimatstadt in Fotos fest.

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